Marksituation im September 2021: Anstieg zum Saisonabschluss. (Foto: BV GFGH)
Marksituation im September 2021: Anstieg zum Saisonabschluss. (Foto: BV GFGH)

Gastronomie: Kräftiger Schub der Belieferungen des GFGH im September

Der Aufschwung der Belieferungen des Getränkefachgroßhandels an die Gastronomie erhielt im September noch einmal einen deutlichen Schub nach oben auf 96,8 Indexpunkte, meldet die Gesellschaft für Getränkedaten Gedat. Damit liege der diesjährige September mit über 5 Punkten deutlich vor dem Vergleichsmonat des Corona-Jahres 2020 und nur knapp unter dem Vor-Corona-Jahr 2019.

Grund zum Jubeln gibt es laut Institut dennoch nicht. Denn die Erholung der Werte dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine quantitative Steigerung der Anzahl der Lieferungen nicht gleichzeitig für eine gleichstarke Erholung der abgesetzten Menge oder des Umsatzes des Getränkefachgroßhandels spreche. So lag etwa der Mengenverlust der deutschen Brauereien nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes im September bei -3,6 Prozent (-279.000 Hektoliter) im Vergleich zum Vorjahresmonat. 

Basis der Erhebung sei die Anzahl der monatlich belieferten Betriebe im Außer-Haus-Markt durch den Getränkefachgroßhandel. Die Vergleichswerte beziehen sich auf Juni 2019 mit einem Index von 100.

Dieses Jahr hätten in der Gastronomie neben den Einschränkungen durch Corona die schlechten Wetterverhältnisse dafür gesorgt, dass die Monate Juli und August sogar unter Vorjahr 2020 lagen. Obwohl der Index-Wert vom Juni 2021 mit starken Steigerungen zum Vormonat als auch im direkten Vorjahresvergleich Hoffnungen geweckt hätte, seien diese laut Gedat im weiteren Zeitverlauf letztendlich nicht erfüllt worden.

Ein Blick auf die Betriebe nach Geschäftstyp zeige über die Zeit unterschiedliche Verläufe. Vor allem im zweiten Teil-Lockdown hätten nach Angaben des Instituts die Gastronomiebetriebe mit Fokus auf Getränke über einen sehr langen Zeitraum sehr viel stärkere Rückgänge verkraften müssen als die Betriebsformen mit Fokus auf Beherbergung oder Speisen. In der Getränkegastronomie sei der Tiefpunkt im Januar 2021 erreicht worden. Es sei ein Rückgang von mehr als 90 Prozent der Belieferungen zum Referenzmonat Juni 2019 verzeichnet worden, die bis April 2021 auf niedrigem Niveau verweilten. Seit Mai 2021 sei eine überproportionale Erholung zu beobachten. So konnte die Getränkegastronomie ihren Rückstand weitestgehend aufholen und liege seit Juni nur knapp unterhalb der Werte von Speisegastronomie und Beherbergung. Im September hätten alle drei Betriebsformen sogar die Bestwerte des Jahres 2020 überstiegen. //pip

GZ 01/22

Titelseite Getränke Zeitung Nr. 01-02/2022 (Fotomontage: Patrick Rubik)

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