90 Punkte: 2018 Modus Primo, Ruffino, Toscana IGT
90 Punkte: 2018 Modus Primo, Ruffino, Toscana IGT

Wein des Monats: November 2021

90 Punkte
2018 Modus Primo, Ruffino, Toscana IGT, 15,5 % vol.


Weit weg vom tristen Herbstwetter, umgeben von zartgrünen Olivenbäumen, deren Früchte sich bereits dunkel verfärben, durften wir auf einer Reise durch die Toskana einige Weine aus dem Hause Ruffino verkosten. Darunter auch der „Newcomer“ im Sortiment Modus Primo aus dem Jahr 2018. Nach Abschluss der Gärung lagerte der Rotwein für 18 Monate in neuen französischen Barriquefässern, bevor er nach der Füllung nochmals für mindestens drei Monate auf der Flasche reifen durfte.   

Das Jahr 2018 wird uns vom Chef-Oenologen Gabriele Tacconi als sehr heißer und trockener Jahrgang beschrieben. Ähnlich wie in Deutschland begann die Ernte in diesem Jahr schon sehr früh und die Rotweintrauben erreichten bereits im September die notwendige Reife.
Das merkt man dann auch beim Verkosten: In der Nase liefert der Rotwein aus den Rebsorten Cabernet Sauvignon (39 Prozent), Merlot (35 Prozent) und Sangiovese (26 Prozent) spannende und intensive Aromen. Frisch eingeschenkt verströmt er einen Duft von süßlichen Amarena-Kirschen und herben, getrockneten Orangenzesten. Nach etwas Zeit im Glas und Luftkontakt verwandeln sich die zunächst fruchtigen Noten in eine feine Würze. Geprägt von balsamischen Noten, geröstetem Kaffee, etwas süßem Tabak und zarter Vanille, zeigt dieser Wein schon in der Nase Spannung und Expressivität.
Auch am Gaumen wird es vielseitig. Auf harmonische Weise paaren sich Aromen von frischen Brombeeren und Blaubeeren mit dunkler Schokolade. Die deutliche Würze, ähnlich wie im Geruch, ergibt zusammen mit den dunklen Beerenaromen das perfekte Match. Im Abgang sind Tannine spürbar, die mit der Zeit jedoch weicher werden. Das spannende Finale sorgt dafür, dass uns dieser Wein besonders facettenreich und nachhaltig in Erinnerung bleibt. Ein italienischer Klassiker mit viel Power und Nachgang, der nicht langweilig wird. Passt hervorragend zu dunklem Fleisch oder typisch italienischen Pasta Gerichten mit einer aromatischen Soße aus frischen Tomaten.  

Unser Wein des Monats Modus Primo gilt als Nachfolger des ebenfalls zum Sortiment von Ruffino zählenden Modus, dessen erster Jahrgang bereits 1997 geerntet wurde. Das lateinische Wort Modus steht für „Methode“ oder „Maß“. Die Namensgebung soll auf die Cuvetierung der drei unterschiedlichen Rebsorten hinweisen, wobei vor allem die richtige Menge der einzeln ausgebauten Rebsorten für den finalen Wein ausschlaggebend ist. Modus Primo soll nun mehr denn je die Top Qualitäten aus den Weinbergen von Poggio Casciano widerspiegeln. Die auf dem schwarzen Etikett in Rot dargestellte Windrose steht dabei für all die Elemente, die einen großen toskanischen Wein formen: Rebe, Boden, Zeit, Arbeit und natürlich die angewandte Methode.

Ruffino zählt zu den ältesten Weingütern Italiens und wurde im Jahr 1877 in der Nähe von Florenz gegründet, heute ist das Weingut für qualitativ hochwertige italische Weine weltweit bekannt. Insgesamt gehören acht einzelne Weingüter zum Unternehmen, während zwei davon im Prosecco Gebiet und sechs in privilegierten Bereichen der Toskana, wie dem Chianti Classico oder dem Brunello de Montalcino Gebiet liegen. Ruffino steht neben den Weinen auch für ein nachhaltiges Unternehmertum. Während die Umstellungsphase zum ökologischen Weinbau gerade läuft und bis 2025 in allen acht Weingütern abgeschlossen sein soll, stehen weitere nachhaltige Aspekte, wie soziales Engagement gegenüber den Mitarbeitern, sowie die Förderung von verantwortlichem Weinkonsum im Fokus des Schaffens.
Ein großes, aber dennoch familiäres Weingut wie wir finden, mit einer sehr vielseitigen Weinpalette. Mit Modus Primo hat Ruffino einen weiteren Top-Rotwein auf den Markt gebracht, den wir gerne ein zweites Mal probieren.

Preis: 45,00 €
Bezugsquelle: auf Anfrage unter www.ruffino.it
 

Ausgabe 01/2022

Nederburg Wine Estate im Portrait // Weine ohne Schwefel // Die besten Lagerungsmöglichkeiten
MEININGERS WEINWELT Ausgabe 1/22

Themen der Ausgabe

Das hat Pfeffer

Pfeffrig-würzig fällt dieses Mal unser Gericht für die kühle Jahreszeit aus: Zu Pfeffersteaks mit Paprikastreifen kombiniert Stéphane Gass, langjähriger Chef-Sommelier im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn, eine kraftvoll-harmonische Gigondas-Cuvée aus den Sorten Grenache und Syrah. Ein geschmacklicher Volltreffer. Das Rezept finden Sie »hier.

Schwefelfrei – geht das?

Kaum ein anderer Stoff ist in der Weinbereitung so allgegenwärtig wie Schwefel. Durch seine antioxidative und antiseptische Wirkung scheint SO2 für viele Winzer in Weinberg und Keller unverzichtbar. Dennoch nimmt die Zahl der Weine ohne zugesetzte Sulfite ständig zu. Was verbirgt sich hinter dem Trend und wo liegen die Vorzüge und Nachteile schwefelfreier Gewächse? Eine Auswahl an Weinen, die ohne zugefügte Sulfite oder mit insgesamt weniger als 30 mg/L auskommen, haben wir »hier für Sie zusammengestellt. 

Gut gelagert

Dunkel, gleichmäßig gekühlt, nicht zu trocken sowie frei von Erschütterungen und Gerüchen – so die wichtigsten Eckpfeiler der professionellen Weinlagerung. Mit welchen Systemen die Hersteller die perfekte Reifung Ihrer Gewächse garantieren wollen und welche Weinregale durch eine herausragende Optik punkten, können Sie im Artikel unserer neuen WEINWELT-Volontärin Sophia Langhäuser nachlesen.