Der Vintage 2002 von Champagne Salon stieg 2021 preislich am stärksten auf Liv-ex
Der Vintage 2002 von Champagne Salon stieg 2021 preislich am stärksten auf Liv-ex

Liv-ex-Report zeigt nach oben

Die Indizes der Londoner Weinbörse Liv-ex sind 2021 gestiegen. Der Liv-ex-100, in dem die 100 meistgehandelten Weine zusammenkommen, stieg von Jahresbeginn bis zum 6. Dezember 2021 um 19,9 Prozent. Der Liv-ex-1000 legte seit Jahresbeginn 16,5 Prozent zu. Seit 18 Monaten sind der Liv-ex-100 und der Liv-ex-1000 nach Auskunft der Börse jeden Monat kontinuierlich gestiegen. 

Beide Indizes erzielten neue Höchststände. Der Liv-ex-100 knackte dabei die Marke aus dem November 2010. Damals hatte eine enorme chinesische Nachfrage für extreme Preissteigerungen bei den gesuchtesten Weinen der Welt gesorgt.

Der Liv-ex-100 übersprang 2021 seinen historischen Höchststand aus 2010 (Quelle: Liv-ex)
Der Liv-ex-100 übersprang 2021 seinen historischen Höchststand aus 2010 (Quelle: Liv-ex)

Die Abschaffung der US-Zölle auf europäischen Wein sorgte nach Aussage von Liv-ex für neue Nachfrage aus den USA und habe dafür gesorgt, dass französische Weine wieder stärker in den Indizes vertreten sind. 

Bordeaux verliert Anteile

Waren es in der Vergangenheit Weine aus Bordeaux, die für Rekorde sorgten, fallen diese 2021 hinter der allgemeinen Marktentwicklung zurück. Der Bordeaux-500-Subindex des Liv-ex-1000 stieg 2021 nur um 9,2 Prozent, die 50 meistgehandelten Champagner legten dagegen am stärksten zu mit einer Performance von +33,7 Prozent. Burgund liegt weiter im Trend, was sich auch in der veränderten Zusammensetzung des Liv-ex-100 zeigt. Der Burgundy-150 stieg um 27,1 Prozent. 

Die gesunkene Bedeutung des Bordelais zeigt sich auch in den Handelsaktivitäten. War der Handel noch 2010 nahezu ausschließlich auf Bordeaux beschränkt, ging der Anteil am gesamten Handelsvolumen 2021 von 42 auf 38,8 Prozent zurück – ein neuer Tiefststand. Burgund wird dagegen weiter wichtiger und kommt nun auf 21,4 Prozent des Handelsvolumens. 

Der Bordeaux-Anteil am Handelsvolumen fällt stetig (Quelle: Liv-ex)
Der Bordeaux-Anteil am Handelsvolumen fällt stetig (Quelle: Liv-ex)
Lafite bleibt an der Spitze

Bei den meistgehandelten Erzeugern bleibt Bordeaux jedoch vorne. Lafite Rothschild führt das Ranking an vor Petrus, Mouton Rothschild. Auf dem fünften und sechsten Platz kommen mit Margaux und Latour zwei weitere Bordeaux-Gewächse. Dazwischen rangiert als Vierter der Super Tuscan Sassicaia. 

2021 wurden 11.452 verschiedene Weine von 4.411 Produzenten an der Börse gehandelt – beides neue Höchststände. Dabei kämen auch neue Regionen – wie z.B. die Pfalz – auf den Markt. 

Als Einzelwein verteuerte sich Champagne Salon 2002 am stärksten. Die 12-er-Kiste verteuerte sich um 80 Prozent auf 10.600 britische Pfund (ca. 12.450 €). Es folgt der 2012 Chambertin von Armand Rousseau, der um 73,6 Prozent zulegte. Die Kiste des Burgunders kostet jetzt 29.700 Pfund. cg

Ausgabe 2/2022

WEINWIRTSCHAFT 02/2022

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