Gärtanks bei TWE (Foto: John Sinal Photography)
Gärtanks bei TWE (Foto: John Sinal Photography)

Die China-Lücke kaschiert

Der australische Weingigant Treasury Wine Estates (TWE) vermeldet einen Nettogewinn nach Steuern von 263,2 Mill. Australischen Dollar (A$), in etwa 180,3 Mill. Euro, für das Geschäftsjahr 2022 (endete am 30.06.2022), was einer Steigerung von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Umsatz der Gruppe ging dabei leicht um 3,6 Prozent zurück und lag bei etwa 2,48 Mrd. A$ (ca. 1,73 Mrd.€). Dies geht aus dem jüngst veröffentlichten Jahresabschlussbericht der Unternehmensgruppe hervor.

Der operative Gewinn aus den Kerntätigkeiten des Unternehmens (EBIT) stieg um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 523,7 Mill. A$ (358,9 Mill. €). Der Anteil der bekanntesten Marke Penfolds daran machte 55 Prozent aus, wenngleich nur 29 Prozent der Nettoumsatzerlöse. Das rührt daher, dass der EBIT von Penfolds um 8 Prozent zurückging, was vor allem auf den Zollstreit mit China (WEINWIRTSCHAFT berichtete) zurück zu führen ist. Die beiden anderen großen Dachmarken Treasury Premium Brands und Treasury Americas konnten dies aber mit Zuwächsen von 27 bzw. 21 Prozent ausgleichen. Auch die Aktionäre können sich freuen, der Gewinn pro Aktie (EPS) stieg um 4,1 Prozent.

Chairman Paul Rayner und CEO Tim Ford äußern sich im Bericht zufrieden mit der jüngsten Unternehmensperformance und weisen mit Stolz darauf hin, dass neben der Flagship-Marke Penfolds mittlerweile ein zweiter global erfolgreicher Brand etabliert werden konnte – »19  Crimes«, die Kooperation mit US-Rapper Snoop Dogg. Auch auf die wachsende Aktivität im Bereich der entalkoholisierten und teilentalkoholisierten Weine weisen die beiden hin.

Die Verluste in China habe man durch enorme Zuwächse in anderen asiatischen Ländern sowie in europäischen Märkten kompensiert. Zudem wolle man den chinesischen Markt künftig mit Produkten aus chilenischer und südafrikanischer Produktion zurückgewinnen, da sich die Strafzölle Chinas nur auf Wein mit Herkunft Australien beziehen. Dieses Vorgehen praktizieren auch andere große australische Weinunternehmen wie Casella (WEINWIRTSCHAFT berichtete). VM

Ausgabe 19/2022

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