Keine Entspannung in Sicht: Der Handelsstreit zwischen Australien und China spitzt sich zu
Keine Entspannung in Sicht: Der Handelsstreit zwischen Australien und China spitzt sich zu

Peking zieht die Daumenschrauben an

Das angespannte Handelsverhältnis zwischen Australien und China spitzt sich weiter zu. Diversen Medienberichten zufolge verhängt die chinesische Regierung Importzölle von bis zu 218 Prozent für die nächsten fünf Jahre.

Bereits Ende November letzten Jahres verhängte die chinesische Regierung Einfuhrabgaben auf australischen Wein von bis zu 210 Prozent für zunächst vier Monate. Nach Ablauf dieser Frist ist der Prozentsatz nun aufgrund anhaltender Spannungen auf bis zu 218 Prozent angehoben worden. Begründet wurde die Einführung der Zölle mit dem Vorwurf von Preisdumping durch die australische Regierung, die mithilfe massiver Subventionen ihre Weine stärker in der Volksrepublik zu positionieren versucht habe. Ferner erhoffe sich Peking dadurch Rückendeckung für die eigene Weinwirtschaft.

Mit einem Jahresumsatz von 1.168 Mill. Euro ist Treasury Wine Estates das umsatzstärkste Weinunternehmen in Down Under und von einer Erhöhung der Importzölle von 169,3 Prozent auf 175,6 Prozent betroffen. Zum Portfolio gehört u.a. die Premium-Marke Penfolds. Das Unternehmen reagiert gemäß einer Nachrichtenagentur auf die Entscheidung Chinas, indem es seine Aktivitäten dort beende und auf andere asiatische Märkte sowie in die USA und Europa verlagern möchte. Australische Medien berichten zudem, dass in China bereits Fake-Produkte mit Namen wie »Benfolds« zu finden seien. In Australien wird in Erwägung gezogen, die World Trade Organization (WTO) als schlichtende Instanz einzuschalten.

Das volle Maß der Importzölle liegt dabei im Ermessen der Verantwortlichen in China, wobei der Spielraum nach oben hin vor allem gegenüber kleineren Betrieben komplett ausgenutzt wird.

Auslöser für den Konflikt war eine Forderung der australischen Regierung im April 2020, die Ursprünge des Coronavirus intensiver zu erforschen und offenzulegen. Zuvor war China der wichtigste Abnehmer australischer Weine. Die Exporte dorthin sind seitdem fast komplett eingebrochen. Betroffen sind neben Wein auch andere landwirtschaftliche Erzeugnisse. sw

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