In Deutschlands Weinbergen könnte dieses Jahr der Ertrag größer aus als im Vorjahr ausfallen (Foto: DWI)
In Deutschlands Weinbergen könnte dieses Jahr der Ertrag größer aus als im Vorjahr ausfallen (Foto: DWI)

Deutsche Erntemenge auf 8,9 Mill. Hektoliter geschätzt

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat seine erste Ernteschätzung veröffentlicht – demnach dürfte sich die diesjährige Weinernte auf 8,9 Mill. Hektoliter Most belaufen. Das entspricht einem Plus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (8,45 Mill. hl) und liegt leicht über dem Durchschnittswert von 2016 bis 2021 mit 8,72 Mill. Hektoliter. 

Die Vegetationsperiode war bis Anfang September durch Hitze und Trockenheit gekennzeichnet. Ertragseinbußen durch die Witterungslage bleiben in der Schätzung jedoch großteils aus – anders als im letzten Jahr, in dem Pilzkrankheiten grassierten und den Ertrag vor allem in Bio-Betrieben schmälerten. Durch die feuchte Witterung Mitte September, zu Beginn der Hauptlese, erhöht sich allerdings der Botrytis-Befallsdruck. 

Plus in der Pfalz und Baden, Minus in Rheinhessen und an der Mosel

Für Rheinhessen werden in diesem Jahr 2,48 Mill. Hektoliter Weinmost prognostiziert. Deutschlands größtes Anbaugebiet muss demnach Ernte-Verluste von 8,2 Prozent hinnehmen. Die Pfalz verzeichnet ein zaghaftes Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und soll auf 2,3 Mill. Hektoliter kommen.  

Deutlich mehr Wein dürfte es in Baden geben, wo im letzten Jahr örtliche Spätfröste das Ergebnis schmälerten. 1,33 Mill. Hektoliter sind für das drittgrößte Anbaugebiet ausgewiesen – das sind 46,9 Prozent mehr als 2021 und mehr als der Mittelwert der 2010er-Dekade mit 1,22 Mill. Hektolitern. Die Winzer Württembergs stehen vor einem durchschnittlichen Herbst mit 0,96 Mill. Hektolitern. An der Mosel rechnet man mit 7,6 Prozent weniger als im Vorjahr (0,71 Mill. hl), es dürften also 0,66 Mill. Hektoliter werden. 

In den kleineren Anbaugebieten herrscht  ein Auf-und-Ab. Im Rheingau erwartet man 11,8 Prozent weniger, am Mittelrhein 50,1 Prozent mehr, an Saale und Unstrut ein Plus von 35,6 Prozent. Destatis hat in dieser ersten Schätzung keine Tendenzen für Franken, Nahe, Ahr, Sachsen und die Hessische Bergstraße ausgegeben. SW

Die Anbaugebiete im Überblick – Rundungsdifferenzen möglich
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Ausgabe 19/2022

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