Gut gerüstet: Krombacher kann seinen Rang als beliebteste Biermarke verteidigen, die Schweppes-Markenfamilie im Absatz um 5,0 Prozent zulegen. (Foto: Krombacher)
Gut gerüstet: Krombacher kann seinen Rang als beliebteste Biermarke verteidigen, die Schweppes-Markenfamilie im Absatz um 5,0 Prozent zulegen. (Foto: Krombacher)

Krombacher trotzt dem zweiten Krisenjahr

Wie die Krombacher Gruppe meldet, muss sie für das zweite Corona-Jahr lediglich ein Absatzminus von 0,9 Prozent verkraften. Über alle Marken hinweg sei ein Gesamtausstoß von 7,34 Millionen Hektoliter erzielt worden. Ein wenig höher liegen die Verluste für die Dachmarke: Hier wurden mit 5,59 Millionen Hektolitern 2,3 Prozent weniger abgesetzt. Gut zulegen konnte hingegen die Markenfamilie von Schweppes (Schweppes, Orangina, Dr. Pepper), die um rund 5,0 Prozent auf 1,43 Millionen Hektoliter habe anwachsen können. Der Anteil an alkoholfreien Produkten am Gesamtausstoß der Krombacher Gruppe sei 2021 weiter auf rund 38 Prozent erhöht worden. Der Umsatz der Krombacher Gruppe lag insgesamt bei 824,3 Millionen Euro (-0,5 Prozent). 

„Insgesamt blicken wir mit unserer Unternehmensgruppe auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr zurück“, fasst Uwe Riehs, Geschäftsführer Marketing, das Jahresergebnis zusammen. „Wir sind unseren Weg zu größerer Sorten- und Gebindevielfalt in unserem Portfolio konsequent weitergegangen.“ Die Strategie der Diversifizierung unterstützte Krombacher dabei, die vielfältigen Wünsche und Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden zu bedienen.

Der Umsatz der Krombacher Gruppe im Einzelnen. (Grafik: Krombacher)
Der Umsatz der Krombacher Gruppe im Einzelnen. (Grafik: Krombacher)
Krombacher bleibt beliebteste Biermarke

Krombacher habe nun auch im vergangen Jahr seinen Status als beliebteste Biermarke in Deutschland verteidigt. Das Krombacher Pils, das 4,13 Millionen Hektoliter (-2,55 Prozent) des Absatzes ausmacht, sei 2021 wieder verstärkt in der Gastronomie und den internationalen Märkten konsumiert wurde. Sowohl im Export (272.000 Hektoliter) als auch im Bereich Fassbier/Gastronomie (294.000 Hektoliter) habe der Ausstoß wieder angekurbelt werden können.

Wichtige Wachstumsimpulse für die Dachmarke kämen weiterhin durch alkoholfreie Sorten. So habe alkoholfreies Pils inklusive der 0,0%-Variante (+2,27 Prozent) sowie Krombacher’s Fassbrause (+3,93 Prozent) zulegen können. Die Marke Vitamalz konnte mit 242.000 Litern ihren Stand vom Vorjahr halten.

Als Verlierer entpuppt sich hingegen das Segment Weizen (inklusive alkoholfrei und 0,0%), das mit einem Absatzverlust von 13,79 Prozent auf 150.000 Hektoliter vom Platz geht.

Die Ergebnisse der Dachmarke im Einzelnen. (Grafik: Krombacher)
Die Ergebnisse der Dachmarke im Einzelnen. (Grafik: Krombacher)
Schweppes und Orangina beliebt wie nie

Trotz der widrigen Umstände aufgrund der Pandemie sei die Marke Schweppes hierzulande so beliebt wie nie. So hätten die Produkte der Marken Schweppes, Orangina und Dr Pepper, die seit 2006 durch die Krombacher Gruppe in Deutschland und Österreich vertrieben werden, 2021 insgesamt einen neuen Rekord-Ausstoß von 1,453 Millionen Hektoliter (+5,0 Prozent) und einen Umsatz von 151,9 Millionen Euro (+4,8 Prozent) erreicht.

Die Marke entwickle sich damit besser als der Markt der alkoholfreien Getränke. Ein wesentlicher Faktor seien hierfür auch die zuckerfreien Zero-Varianten gewesen. Auch die Einführung weiterer Mehrweg-Glas-Gebinde habe für zusätzliche Kaufimpulse gesorgt. Zur meistgekauften Sorte habe sich die Variante Russian Wild Berry entwickelt, was sicherlich auf die Beliebtheit des Aperitifs „Lillet Wild Berry“ zurückzuführen ist.

Auch Orangina, das Kultgetränk mit der ikonisch-bauchigen Flasche, habe 2021 mit einem Absatzplus von 5,56 Prozent sein bisher bestes Jahresergebnis erzielen können. Die sogenannte „Bulby-Bottle“ gab es neben der 0,5-Literflasche im vergangenen Jahr erstmalig  auch im 1-Liter-PET-Gebinde. 

Die Ergebnisse der Markenfamilie von Schweppes im Einzelnen. (Grafik: Krombacher)
Die Ergebnisse der Markenfamilie von Schweppes im Einzelnen. (Grafik: Krombacher)
Positiv gestimmt ins Jahr

Auf das Geschäftsjahr 2022 blickt die Krombacher Gruppe mit Optimismus. „Mit unserem starken Sortiment stehen wir für vertraute Verwendungsanlässe in der Gastronomie, im Freundes- und Familienkreis wie auch auf Sportveranstaltungen bereit und freuen uns, zukünftig auch mit neuen Events, wie beispielsweise Musik-Festivals, Menschen mit unseren Marken zu begeistern“, führt Riehs aus. //chs

GZ 01/22

Titelseite Getränke Zeitung Nr. 01-02/2022 (Fotomontage: Patrick Rubik)

Themen der Ausgabe

Gastkommentar: Dr. Peter Kreuz

"Mythos und Realität": Sind Unternehmen fit für 2022, fragt Dr. Peter Kreuz, Unternehmer, Spiegel-Bestsellerautor und Gründer der Initiative Rebels at Work. Die Realität zeige oft ein anderes Bild: einen ausgeprägten Hang zum Festhalten am Althergebrachten. Wer Zweifel habe, dem können die folgenden Fragen im Gastkommentar zur ehrlichen Standortbestimmung helfen.

Aktuelles Interview: Jeff Maisel, Inhaber der Brauerei Gebr. Maisel

"Die Hefe streicheln": Jeff Maisel, Inhaber der Brauerei Gebr. Maisel, im GZ-Interview über die Initiative und das Siegel „Bayerische Edelreifung“, mit der Erdinger, Schneider und Maisel die Besonderheit des zweifach gereiften bayerischen Weißbieres herausstellen wollen.

Großer Branchenausblick auf 2022

"Das Prinzip Hoffnung": Die Stimmung innerhalb der Getränkebranche ist im dritten Coronajahr vorsichtig optimistisch. Viele Entscheider hoffen, dass Omikron der Anfang vom Ende der Pandemie wird. Hohe Kosten, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind die Herausforderungen im Jahr 2022. Premium, Getränkeabholmärkte und Quick-Commerce treiben weiterhin den Markt.