Die Quinta de Ventozelo in S. João da Pesqueira; Foto: Luis Ferraz
Die Quinta de Ventozelo in S. João da Pesqueira; Foto: Luis Ferraz

Lieblingshotel: Quinta de Ventozelo

Das Dourotal ist eine der erstaunlichsten Weinregionen der Welt. Inmitten dieser wunderschönen Weinlandschaft liegt die Quinta de Ventozelo, ein Weingut mit langer Tradition, auf dem man auch herrlich Urlaub machen kann.

Text: Ilka Lindemann 

Die Quinta de Ventozelo ist ein ganz beson­derer Ort. Wenn man am frühen Morgen aufsteht und sich mit einer Tasse Kaffee in der Hand auf die Terrasse stellt, ist es vor ­allem die Stille, die beeindruckt, aber auch der Geruch, den die Sonne auf dem Schiefer hinterlässt. Alles scheint friedlich, als sei man ­allein in der Natur. Mitten in den Reben auf den terrassierten Hängen auf etwa 600 Hö­hen­­­­­­metern – alles grün, gesund, saftig. Man schöpft automatisch Kraft und Energie aus dieser Landschaft. In der Ferne hört man einen Specht, der gegen den Stamm eines ­alten Olivenbaums klopft.
 

Liebevoll wurde die Quinta de Ventozelo für Besucher hergerichtet; Foto: Luis Ferraz
Liebevoll wurde die Quinta de Ventozelo für Besucher hergerichtet; Foto: Luis Ferraz

Die Quinta de Ventozelo ist ein Zufluchtsort für Erholungssuchende inmitten der Weinberge mit Blick auf den Douro. Seit 2014 ­gehört die Quinta zum Portweinproduzenten Gran Cruz, zu dem die weltbekannte Marke Porto Cruz zählt. Jüngst eröffnete das Unternehmen das oenotouristische Angebot, zu dem nun 29 elegante Zimmer, ein Weinmuseum, ein herrlicher Infinitypool mit Blick ins Dourotal und ein Restaurant gehören. Gäste können hier Weintastings machen, schick essen gehen, wandern oder einfach die Umgebung genießen … 

Einst wurde das Weingut von Zisterziensermönchen bewirtschaftet, die erste urkund­liche Erwähnung gab es im Jahr 1288. 200 Hektar Rebfläche gehören zur Quinta de Ventozelo, die praktisch komplett auf trockene Weine spezialisiert ist und umweltschonend arbeitet. Toll ist zum Beispiel der Malvasia Fina aus dem Jahrgang 2017, der mit herr­licher Salzigkeit und Mineralität sowie mit Noten von weißen Blüten, Steinobst, etwas Pfeffer und fordernder Kraft und viel Grip perfekt zum Essen passt.

 

Stilvoll und doch geerdet: die Cantina de Ventozelo; Foto: Luis Ferraz
Stilvoll und doch geerdet: die Cantina de Ventozelo; Foto: Luis Ferraz

Die Quinta de Ventozelo produziert neben Weinen auch herrlich frische Olivenöle, einen Craft Dry Gin und zwei Portweine auf hohem Niveau. Gäste fühlen sich hier aufgehoben wie in Abrahams Schoß und wer Lust aufs Wandern hat, kann sich zu einem Ausgangspunkt seiner Wahl fahren lassen und sich mit einer App (Audioguia da Quinta de Ventozelo), die man sich aufs Smartphone lädt, durch die Landschaft führen lassen. Die App bietet 
verschiedene audio-geführte Routen an, liefert an zahlreichen Stellen Informationen und gewährt spannende Einblicke in die Geschichte der Region, die Böden, die Weinberge, die Rebsorten und ­sogar über Korkeichen. Je nach Ausgangspunkt benötigt man etwa drei Stunden für den Parcours, feste Schuhe sind zu empfehlen und unbedingt etwas zu trinken mitnehmen. Verfügbar ist die App auf Portugiesisch, Englisch und Französisch.
 

Spektakulär: der Ausblick vom Infinitypool in die Landschaft; Foto: Luis Ferraz
Spektakulär: der Ausblick vom Infinitypool in die Landschaft; Foto: Luis Ferraz

Somit können Sie eintauchen in die saftig-grünen steilen Hänge, die sich bis hinunter zum Douro ziehen und die seit 2001 zum geschützten UNESCO Weltkulturerbe gehören. An jeder Kurve gibt es garantiert einen neuen atemberaubenden Blick in das weltberühmte Dourotal. Mal tiefe Schluchten, dann wieder grünes Hochland mit in den Schiefer gehauenen Terrassen, die sich bis auf 700 Meter Höhe ziehen. Und vielleicht erhaschen Sie ja einen Blick auf eine der seltenen Tierarten, die in dieser Region heimisch sind.
 

Ein perfekter Tag: im Liegestuhl Platz nehmen und am liebsten nicht mehr aufstehen; Foto: Luis Ferraz
Ein perfekter Tag: im Liegestuhl Platz nehmen und am liebsten nicht mehr aufstehen; Foto: Luis Ferraz

Und wenn Sie sich dann noch für den Portwein interessieren, sind Sie hier ebenfalls goldrichtig. Hier liegt die Wiege des Portweins, der seit Jahrhunderten zu den Klassikern der Weinwelt zählt und seine Fans begeis­tert. Es lohnt sich, in die Welt des Portweins einzutauchen, denn er besticht mit enormer Vielfalt. Erstmals erwähnt wurde Portwein übrigens 1678 in Zolldokumenten. Damals wurde dem Wein, um ihn auf der 
langen Reise vor dem Verderben zu schützen, eine kleine Menge Branntwein zugegeben. Heute ist das „Verstärken“ das fundamentale Element der Portweinbereitung.

Sie liegt mitten in der einzigartigen Weinlandschaft des Dourotals; Foto: Luis Ferraz
Sie liegt mitten in der einzigartigen Weinlandschaft des Dourotals; Foto: Luis Ferraz

Transportiert wurden die Portweinfässer damals mit den Rabelos, Booten mit geringem Tiefgang, in denen der Portwein mit Hilfe der Strömung flussabwärts Richtung Porto geschifft wurde. Heute liegen die Rabelos noch zu touristischen Zwecken am Douroufer in Porto. Aber das nur am Rande, denn Sie möchten sich ja erholen – und das können Sie auf der Quita de Ventozelo perfekt!
 

Weitere Infos finden Sie unter: hotel.quintadeventozelo.pt.

Schlagworte

Ausgabe 01/2022

Nederburg Wine Estate im Portrait // Weine ohne Schwefel // Die besten Lagerungsmöglichkeiten
MEININGERS WEINWELT Ausgabe 1/22

Themen der Ausgabe

Das hat Pfeffer

Pfeffrig-würzig fällt dieses Mal unser Gericht für die kühle Jahreszeit aus: Zu Pfeffersteaks mit Paprikastreifen kombiniert Stéphane Gass, langjähriger Chef-Sommelier im Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn, eine kraftvoll-harmonische Gigondas-Cuvée aus den Sorten Grenache und Syrah. Ein geschmacklicher Volltreffer. Das Rezept finden Sie »hier.

Schwefelfrei – geht das?

Kaum ein anderer Stoff ist in der Weinbereitung so allgegenwärtig wie Schwefel. Durch seine antioxidative und antiseptische Wirkung scheint SO2 für viele Winzer in Weinberg und Keller unverzichtbar. Dennoch nimmt die Zahl der Weine ohne zugesetzte Sulfite ständig zu. Was verbirgt sich hinter dem Trend und wo liegen die Vorzüge und Nachteile schwefelfreier Gewächse? Eine Auswahl an Weinen, die ohne zugefügte Sulfite oder mit insgesamt weniger als 30 mg/L auskommen, haben wir »hier für Sie zusammengestellt. 

Gut gelagert

Dunkel, gleichmäßig gekühlt, nicht zu trocken sowie frei von Erschütterungen und Gerüchen – so die wichtigsten Eckpfeiler der professionellen Weinlagerung. Mit welchen Systemen die Hersteller die perfekte Reifung Ihrer Gewächse garantieren wollen und welche Weinregale durch eine herausragende Optik punkten, können Sie im Artikel unserer neuen WEINWELT-Volontärin Sophia Langhäuser nachlesen.