Die Messe Düsseldorf zählte 38.000 Besucher der ProWein 2022.
Die Messe Düsseldorf zählte 38.000 Besucher der ProWein 2022.

ProWein im Ausnahmezustand

2022 war keine normale ProWein. Das war im Vorhinein klar, und es hat sich auf der Messe bewahrheitet. 38.000 Besucher bedeuten einen Rückgang von 38 Prozent gegenüber den 61.500 von 2019. Auch auf Ausstellerseite ist die ProWein 2022 keine Messe der Rekorde. 5.700 Aussteller sind 17 Prozent weniger als 2019.
 

Unterschiedliche Wahrnehmungen

Dabei sind die Eindrücke von der Messe sehr verschieden. Für die Besucher, die kamen, war die ProWein sehr gut investierte Zeit. Selten war es möglich so viel vom Plan umzusetzen wie 2022, denn die meisten Stände waren nicht überfüllt, und es war vergleichsweise einfach, seine Gesprächspartner zu erreichen.

Die andere Seite ist die der Aussteller, die den überproportionalen Rückgang der Besucher natürlich registrierten und die meisten Geschäfte auch schon abgeschlossen hatten. Nur wenige Aussteller waren deswegen jedoch restlos enttäuscht. Die meisten äußerten Verständnis dafür, dass 2022 eine Ausnahmesituation herrscht.

Selbst viele Aussteller hoben die positiven Entwicklungen hervor. Die Atmosphäre, in der Gespräche stattfanden, war deutlich entspannter als in der Vergangenheit, die breiteren Gänge gaben der Messe zudem eine schönere Optik und ließen die Stände besser zur Geltung kommen.
 

Weniger Störfaktoren

Anerkennung erfuhr die Messe Düsseldorf dafür, dass sie nicht versuchte, den Rückgang der Besucher durch Weinliebhaber aufzufangen, sondern die Zulassungsbeschränkungen strenger als in der Vergangenheit handhabte. So waren unter denen, die nicht zur ProWein kamen, auch gerade jene, deren Besuch am Stand sonst eher von der Handelsmesse ablenkte.

Während diesmal fast keine Hobby-Besucher sichtbar waren, gab es dafür jedoch den ein oder anderen „ausstellenden Besucher“, der keinen Stand hatte, aber einige ausgewählte, insbesondere internationale, Kontaktpersonen auf der Messe traf.

Deutlich geringer, als im Vorfeld befürchtet, scheint der Rückgang der internationalen Besucher gewesen zu sein. Die Messe registrierte 145 verschiedene Nationen, und auch viele Aussteller spiegelten wider, dass doch viele Exportkontakte stattfanden.
 

Große Unterschiede zwischen Hallen

Ein großes Ungleichgewicht gab es zwischen den Hallen. Besonders stark frequentiert schien die Übersee-Halle 12, in der fast alle Aussteller mehr als zufrieden waren. Ganz anders in den Hallen von Frankreich und Italien, die sehr leer wirkten.

Gerade die italienischen Aussteller äußerten aber Verständnis dafür, dass sie die Besucher, die sie bereits auf der Vinitaly trafen, nicht erneut auf der ProWein sahen. Auch die deutschen Hallen waren nur mäßig besucht. Manche Stände wie der des VDP stachen hier heraus, ohne jedoch die Anstürme vergangener Jahre zu erreichen.
 

Rückkehr zur Normalität ersehnt

Wie erwartet, erwies sich die Verschiebung in den Mai als große Hürde für die Messe Eine Rückkehr zum alten Zeitpunkt wird daher von allen Ausstellern der Nordhalbkugel herbeigesehnt. Insgesamt gingen die Aussteller bemerkenswert professionell mit der Besucher-Flaute um. Die allermeisten äußerten Verständnis dafür, dass diese Messe eine Ausnahmesituation darstellte, und eine klare Mehrheit äußerte sich positiv dazu, dass die ProWein überhaupt stattfand. Gleichwohl hat die Messe den Wunsch nach einer Rückkehr zur Normalität weiter verstärkt. Alle hoffen, dass diese vom 19. bis 21. März einkehrt. CG

 

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