Frankreichs Ernteprognosen vom 1. September 2021 bestätigen einen wohl historischen Tiefstand
Frankreichs Ernteprognosen vom 1. September 2021 bestätigen einen wohl historischen Tiefstand

Düstere Ernte-Aussichten in Frankreich

Mit 29 Prozent gegenüber 2020 und 25 Prozent gegenüber den durchschnittlichen Ernten der letzten fünf Jahre, sieht die Ernteprognose für den neuen Jahrgang in Frankreich düster aus.  

Die Zahlen des französischen Landwirtschafts-Ministeriums vom 1. September 2021 gehen nunmehr von einem Volumen von 33,3 Mill. Hektolitern aus.  

Im August wurden Verluste von 24 bis 30 Prozent prognostiziert, was einer Menge zwischen 32,6 Mill. und 35,6 Mill. Hektolitern entspräche. Das bedeutet, dass sich die jetzigen Zahlen dem schlechtesten Vorhersage-Wert annähern. Die Ernte läge damit hinter denen der kleinen Jahre 1991 und 2017 zurück und erreicht vermutlich fast das bisher schlechteste Ertrags-Ergebnis von 1977.  

Die französischen Regionen waren in unterschiedlichem Ausmaß von dem Frühjahrs-Frost, Hagel, Trockenstress und extremen Niederschlägen betroffen. Letztere begünstigten in der Folge starken Pilzbefall. Der Ernte-Start ist vielerorts um ein bis zwei Wochen verzögert. 

 

Regionale Aussichten: »Von verträglich bis vernichtend«

Champagne: Man erwartet das schlechteste Ernte-Ergebnis seit 40 Jahren. Das dürfte die Mobilisierung der Ernte-Reserven vergangener Jahre auf den Plan rufen. 

Burgund: Im Département Yonne (Chablis) sind 2/3 des Ertrags zerstört,  

Beaujolais: Im Beaujolais wird es wohl nur die Hälfte der durchschnittlichen Ernteergebnisse vergangener Jahre geben.  

Elsass: Das Elsass kommt vergleichsweise gut davon. Vom Frost verschont, erwartet man nach Nässe und Pilzbefall Einbußen von 1/5 der Ernte.  

Savoyen: Es werden keine großen Verluste erwartet. 

Jura: Hier scheint es wohl die prozentual größten Ausfälle zu geben. Man erwartet nur 1/5 des durchschnittlichen Volumens. 

Loire-Tal: Innerhalb des Weinbaugebiets gab es große Unterschiede beim Wettergeschehen. Die Ernte wird wohl um 39 Prozent geringer ausfallen als 2020. 

Charentes: Hier waren während des Frostgeschehens die Reben des Ugni Blanc noch nicht im fortgeschrittenen Austrieb. Die Ernte erwartet man deshalb im 5-Jahres-Durchschnitt. 

Bordelais: Beim Sauvignon gab es viele Frostschäden. Der spätere Krankheitsbefall traf vor allem den Merlot hart. Die Ernte erwartet man um 25 Prozent reduziert. 

Süd-Westen: Die heftigen Witterungseinflüsse waren überall präsent, sodass man eine Ertrags-Minderung von 44 Prozent erwartet. 

Languedoc-Roussillon: Der weit fortgeschrittenen Vegetation hat der April-Frost stark zugesetzt. Man geht von einer Ernte aus, die etwa 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückfällt. 

Süd-Ost: Unter Südost fasst die Statistik große Teile der Anbaugebiete Rhone und Provence zusammen. Hier kamen nach Frost und Pilzbefall auch noch Brände, die den Ertrag um 20 Prozent schmälern könnten. 

Korsika: Weit genug entfernt vom Festland konnte Korsika der Kaltwetterfront entgehen. Hier drückt eher die Trockenheit auf die voraussichtlichen Ernte-Ergebnisse, die mit 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr eher milde zu Buche schlagen dürften. itp 

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