Zuschuss für Krisendestillation

Donnerstag, 6. August 2020 - 11:00
Hersteller
Wein
Volle Keller in Frankreich

Am 5. August stellte der französische Premierminister Jean Castex der Weinbranche zusätzlich 56 Mill. Euro für die Destillation und 20 Mill. Euro für die Lagerung in Aussicht. Diese neue Budgetzuweisung ermöglicht den Abschluss eines Hilfeplans für die französische Weinindustrie, über den seit mehr als vier Monaten verhandelt wird.

Grund dafür ist, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu einem geringeren Weinabsatz und zu höheren Weinbeständen bei den Erzeugern geführt habe. Um die Ernte 2020 bewältigen zu können, sei man auf nationale und internationale Hilfen für die Krisendestillation bzw. Lagerung angewiesen. Dazu wurde bereits im Mai von der französischen Regierung ein Rettungsprogramm in Höhe von 155 Mill. Euro bereitgestellt. 
In Anbetracht dessen, dass die Weinbranche »einen hohen Preis für die internationale Gesundheits- und Wirtschaftslage zahlt, (...) werden wir den Hilfsplan auf 250 Mill. Euro für den Weinbau aufstocken und dafür sorgen, dass diese Hilfe so schnell wie möglich verteilt werden kann, denn der Cashflow-Bedarf ist hoch«, kündigte Premierminister Castex an. 

Durch dieses zusätzliche Budget von 56 Mill. Euro können neben den 2,1 Mill. hl, die bereits finanziert wurden, voraussichtlich weitere 600.000 hl Wein destilliert werden. Das bedeutet, dass »die Destillationsmaßnahme nun effizient ist. Es ist ein starkes Signal vor der Ernte«, begrüßt Jean-Marie Fabre, Präsident der Vignerons Indépendants de France, die Ankündigung. 

Die Hilfe für die private Lagerhaltung werde ebenfalls um 20 Mill. Euro auf 35 Mill. Euro erhöht, um übermäßige Weinbestände mit einer Beihilfe von 4 Cent/hl und Tag vom Markt zu nehmen.

»Diese Ankündigung ist eine Erleichterung, es handelt sich um kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der Märkte. Wir brauchten Antworten, um die Überbestände zu verwalten, wir haben sie«, erklärt Jérôme Despey, der Präsident des Weinfachrats von FranceAgriMer.
Den Anträgen auf Senkung der Steuerabgaben wurde nicht stattgegeben, der Premierminister habe allerdings versprochen sich die Werte genau anzusehen und vor dem nächsten Finanzgesetz darüber zu beraten. ek

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