Schauspielerin Leslie Malton im Interview

»Grüner Veltliner war meine Muttermilch«
Ausgabe: 
01
2020
Freitag, 15. November 2019 - 9:00

Leslie Malton ist am 22. und 29. November in zwei neuen Folgen der ARD-Filmreihe "Weingut Wader" zu sehen. Wir haben sie während der Dreharbeiten im pfälzischen Deidesheim getroffen.

Interview: Carla Bongers 

Foto: Joachim Gern/Aufbau Verlag

Sie haben gerade mitten in der Pfalz gedreht – war das ein Kulturschock oder eine willkommene Abwechslung vom Großstadttrubel?
Es ist so schön hier, das ist wie Urlaub. Der Dreh ist toll, weil wir fast ausschließlich draußen sind. Es erinnert mich hier auch an Grinzing/Wien mit den Heurigen und der Weinkultur hier wie dort.

Geboren sind Sie in Washington D.C., aufgewachsen in Wien, heute leben Sie in Berlin und haben Familie in Kalifornien – ist Ihr Weinregal genauso international bestückt?
Auf jeden Fall. Mein Mann und ich sind beide sehr große Fans von südtiroler Weinen. Und meine Muttermilch war in Wien ja sozusagen der Grüne Veltliner. Ich würde also sagen: Österreich und Italien – vor allem Südtirol –, davon haben wir die meisten Weine.

Und ist es auch heute weiterhin am liebsten der Grüne Veltliner?
Ich liebe ihn sehr. Der ist ja so vielfältig! Und wenn wir ihn auf der Karte sehen, dann bestellen wir ihn immer.

Hemmungsloses Schlemmen oder disziplinierte Zurückhaltung: Welche Rolle spielt Genuss im Schauspielerinnenalltag?
Ich esse sehr gerne, aber wahrscheinlich mittlerweile schon seit 35 Jahren kein Fleisch mehr. Damals gab es ja noch gar nicht so viele vegetarische Angebote und dadurch fing ich an, mich fürs Kochen zu interessieren. Weil ich gemerkt habe: Von Käsetoast und Käse-Omelette kann ich nicht leben! (lacht) Aber ich mache auch viel Sport, ich versuche mich fit zu halten. Und ich esse bewusst, auf jeden Fall. 

Dass Winzer gerne ihre eigenen Weine trinken ist normalerweise gar keine Frage – schauen Sie sich die eigenen Filme genauso gerne an? 
Also, ich werde immer besser darin und ich glaube, es ist auch wichtig das zu tun. Denn ich weiß ja sonst nicht, welcher Take am Ende genommen worden ist. Aber ich weiß, was ich versucht habe mit der jeweiligen Einstellung oder Szene und zu sehen, ob das dann auch geklappt hat, finde ich wichtig. Eigentlich hat mein Schauspiel-Kollege Herbert Knaup mich vor sehr vielen Jahren sozusagen ein bisschen am Kragen gezogen und gesagt „Du kochst doch gern, da musst du ja auch probieren, was du kochst um zu wissen, ob es schmeckt – und so musst du auch deine Filme angucken.“ 

Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle als Winzer-Ehefrau Käthe Wader im TV-Mehrteiler "Weingut Wader" vorbereitet?
Sie hoffen jetzt zu hören, dass ich in Weinseminare gegangen bin und dass ich mich im Keltern jetzt sehr, sehr gut auskenne … (lacht) Allerdings ist die Käthe Wader im Wein gar nicht so drin. Was mich an ihr so interessierte: Sie ist jemand, dem es sehr, sehr schwerfällt, Entscheidungen zu treffen. Diese innere Zerrissenheit war es, die mich angesprochen hat. Dafür habe ich nicht im Weingut recherchiert …

Was trinkt man denn am besten beim gemütlichen TV-Abend mit dem Weingut Wader?
Natürlich muss das ein Wader-Wein sein, und zwar der Grauburgunder! (lacht)

 

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