Mario Benedikt: "Alle Bereiche sind überdurchschnittlich gewachsen, wobei wir den größten Zuwachs bei alkoholfreien Getränken verzeichnet haben." (Foto: Getränke Hoffmann)
Mario Benedikt: "Alle Bereiche sind überdurchschnittlich gewachsen, wobei wir den größten Zuwachs bei alkoholfreien Getränken verzeichnet haben." (Foto: Getränke Hoffmann)

"2020 war das erfolgreichste Jahr der Getränke-Hoffmann-Gruppe"

Das Geschäftsjahr 2020 war das bislang erfolgreichste der Getränke-Hoffmann-Gruppe. Absatz und Umsatz konnten deutlich gesteigert werden, so dass der Getränkefachmarktbetreiber mit rund 20 Prozent deutlich über dem Marktniveau abschließen konnte. Warum nicht Corona allein die Kunden zu Getränke Hoffmann in die gut 450 Märkte trieb, hat uns Geschäftsführer Mario Benedikt im GZ-Online-Gespräch erklärt. 

Wie gut ist bei Ihnen das Geschäftsjahr 2020 vom Umsatz und vom Absatz her verlaufen?

Eine Betrachtung unserer Performance im vergangenen Jahr kann nicht erfolgen, ohne zunächst einmal einen Blick auf die Entwicklung der Getränkefachmärkte in der Corona-Krise zu werfen. Fakt ist: Der Getränkefachmarkt konnte in den vergangenen 12 Monaten deutlich von einem veränderten Verbraucherverhalten profitieren – und auch und gerade in der Krise viele neue Kunden von seinem Angebot überzeugen. 2020 war also ein gutes Jahr für diesen Absatzkanal, der ordentlich gewachsen ist. Umso stolzer sind wir, dass wir uns mit Getränke Hoffmann in diesem sich dynamisch entwickelnden Umfeld noch besser als der Marktdurchschnitt entwickeln konnten. So war das Geschäftsjahr 2020 das bislang erfolgreichste der Getränke Hoffmann Gruppe. Absatz und Umsatz konnten wir deutlich steigern, so dass wir mit rund 20 Prozent deutlich über dem Marktniveau abschließen konnten. Gelungen ist uns dies auch dank enormer Anstrengungen in den vergangenen Jahren wie dem Umbau von Standorten, die sich jetzt erneut auszahlen. Denn schon zuvor waren wir mit zweistelligen Zuwachsraten unterwegs, so dass die überproportionale Steigerung nicht ausschließlich auf verändertes Nachfrageverhalten infolge der Corona-Pandemie zurückzuführen ist.

Welche Getränkesegmente von AfG, Bier, Spirituosen über Wein und Sekt liefen bei Ihnen im Jahr 2020 am besten?

Alle Bereiche sind überdurchschnittlich gewachsen, wobei wir den größten Zuwachs bei alkoholfreien Getränken verzeichnet haben.

Wie gut war die Kundenstimmung bei Ihnen zum Ende des Jahres 2020 und wie gut ist sie zu Beginn des Jahres 2021?

Natürlich spüren wir in unseren Filialen sehr unmittelbar, wie sich Kontaktbeschränkungen und andere Auflagen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auch auf Kauflust, Kaufverhalten oder auch ganz allgemein das Stimmungsbild unserer Kunden auswirken: So spüren wir zwar, dass die Menschen langsam erste Ermüdungserscheinungen mit Blick auf die Pandemiebekämpfung zeigen und sich einen Planungshorizont wünschen, dies schlägt sich jedoch bisher nicht in weniger Frequenz nieder: Getränke Hoffmann hat so das Jahr 2020 erfolgreich beendet – und ist schwungvoll in das neue Jahr gestartet. Und wir gehen von einer weiterhin positiven Entwicklung aus: Durch den ausreichend vorhandenen Platz in unseren Filialen, der das notwendige Abstandhalten problemlos ermöglicht, und das breite, attraktive Sortiment, das alle Getränkewünsche in einem Kaufakt erfüllt, ist und bleibt Getränke Hoffmann ein auch in Pandemiezeiten attraktiver Einkaufsort.

Wie sind Sie mit der erneuten Umstellung der Mehrwertsteuer im neuen Jahr umgegangen: Haben Sie die Umstellung von 16 auf 19 Prozent 1:1 übernommen? Oder haben Sie in die Preise investiert, indem Sie trotz Umstellung es beim Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent belassen haben?

Als der Mehrwertsteuersatz auf 16 Prozent gesenkt wurde, hatten wir unseren Kunden diesen als Rabatt an der Kasse gewährt. Seit dem Jahreswechsel sind wir zum Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent zurückgekehrt. Bislang konnten wir auch keinerlei negative Reaktionen bei unseren Kunden feststellen.

Welche Erwartungen haben Sie für das neue Geschäftsjahr 2021?

Wir gehen weiterhin davon aus, auch in diesem Jahr wieder gute Absätze und Umsätze zu erzielen – insbesondere, so lange sich durch die Schließung des Außer-Haus-Marktes weiterhin Nachfrageverschiebungen ergeben. Wir erwarten zwar nicht, dass wir unser außerordentliches Niveau aus dem Jahr 2020 erneut erreichen, sind aber überzeugt, dass wir einen Teil der pandemiebedingt gestiegenen Nachfrage aus anderen Bereichen auch längerfristig für uns begeistern können. Aber dazu lassen Sie uns Ende 2021 nochmals sprechen.

Interview: Pierre Pfeiffer