Vicampo trifft in der VIVA eCom Group auf Wine in Black
Vicampo trifft in der VIVA eCom Group auf Wine in Black

Vicampo verkauft

Die zwei wohl bekanntesten deutschen Online-Startups der Weinbranche kommen unter einem Dach zusammen. Die Vicampo.de GmbH wird von der schwedischen VIVA Wine Group übernommen und in die deutsche Tochtergesellschaft VIVA eCom Group integriert. Die Schweden betraten 2019 mit der Übernahme von Wine in Black den deutschen Markt. Damit kommt es zu einer Wiedervereinigung, denn Vicampo und Wine in Black waren 2011 aus einem gemeinsamen Gründungsprojekt entstanden, dessen Gründer dann mit der Gründung von Wine in Black separate Wege gingen.

Während mit Stephan Linden der letzte Gründer von Wine in Black 2019 aus dem Unternehmen ausstieg, bleiben die Vicampo-Gründer Max und Felix Gärtner auch künftig an Bord. Sie bilden gemeinsam mit Christian Fricke, dem bisherigen Geschäftsführer der VIVA eCom Group, die gemeinsame Geschäftsführung der Vicampo.de GmbH und der VIVA eCom Group. Daniel Nitz, als CTO ebenfalls in der Geschäftsführung von Vicampo, scheidet dagegen aus dem Unternehmen aus, ein Abschied, der nach Angaben der VIVA eCom Group schon seit längerem geplant war.  

Dynamische schwedische Weingruppe

Emil Sallnäs, Gründer und CEO der VIVA Wine Group: »Wir sind in den letzten Jahren nicht nur in unseren Kernländern in den Nordics deutlich gewachsen, sondern konnten durch die Gründung der VIVA eCom Group auch im eCommerce in anderen europäischen Ländern erfolgreich Fuß fassen. Die Übernahme der Vicampo.de GmbH ist ein Meilenstein für weiteres, profitables Wachstum unserer Gruppe.« Zu der Gruppe gehört seit der Übernahme 2020 auch die Vinexus-Gruppe, die über eine leistungsstarke Abwicklungslogistik verfügt

Gerüchte, dass der Burda-Verlag als Mehrheitseigentümer und die Gründer von Vicampo an einem Verkauf des Unternehmens interessiert seien, kursierten seit einigen Monaten in der Branche. Die Corona-Pandemie hatte die Geschäfte des Online-Weinhandels und auch von Vicampo enorm angetrieben, sodass der Verkaufszeitpunkt günstig scheint. 

Max Gärtner, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Vicampo.de GmbH kommentiert in einer gemeinsamen Pressemitteilung: »Vicampo ist in den letzten Jahren zu einem der führenden und erfolgreichsten Weinhändler in Deutschland geworden. Gemeinsam mit unserem Team von fast 200 hochmotivierten und talentierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wollen wir diesen Erfolg in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Wir freuen uns, gemeinsam mit den Teams und starken Marken der VIVA Wine Group jetzt die nächste Phase unseres Unternehmens einläuten zu können.«

100 Mill. Euro Umsatz angestrebt

Auch Christian Fricke blickt in die Zukunft: »Mit dem Zusammenschluss unter dem Dach der VIVA eCom Group haben wir mit Vicampo, Wine in Black, Vinexus und dem in 2019 neu gestarteten Projekt Weinfürst ein Portfolio erfolgreicher B2C-Brands, das sich perfekt ergänzt. Gleichzeitig nutzen wir das Know-how und die Expertise unserer Teams in Berlin, Mainz und Butzbach, um zukünftig noch schneller zu wachsen.«

Im Geschäftsjahr 2019 erzielte Vicampo bei einem Umsatz von 41,4 Mill. Euro erstmals einen Jahresüberschuss von 750.000 Euro. Für 2020 liegen noch keine Zahlen vor. Sie dürften das Ergebnis von 2019 aber deutlich übersteigen. Auch Wine in Black wies erstmals 2019 ein positives Ergebnis aus mit einem Jahresüberschuss von 535.000 Euro. 

Für das laufende Jahr hofft Christian Fricke auf einen Gesamtumsatz der VIVA eCom Group in Reichweite von 100 Mill. Euro. Fricke ist davon überzeugt, dass beide Unternehmen hervorragend zusammenpassten. Während bei Vicampo der Fokus auf dem mittleren Preissegment liegt, setzt Wine in Black seinen Schwerpunkt auf den Premium-Bereich. »Von der Kultur und der Art des Denkens passen wir sehr gut zusammen. Wir sind zwei echte Digitalunternehmen.« cg

Ausgabe 10/2022

WEINWIRTSCHAFT 10/2022

Themen der Ausgabe

Nachhaltigkeit

Das aktuelle Kern- und Reizthema der Branchenkommunikation. Egal ob mit Bio-Siegel oder ohne – im Weinbau gibt es viele kleine und große Schritte zu mehr Nachhhaltigkeit. WEINWIRTSCHAFT hat sich bei verschiedenen Erzeugern umgehört und umgesehen – und ein paar hochinteressante Piwi-Weine verkostet.

»Auf dünnem Eis«

VDP-Präsident Steffen Christmann im Interview über die Qualitätspyramide, GGs für Jedermann und deutschen Sekt. Wie die Zukunft des deutschen Weinbaus aussehen kann und welche Rolle der VDP einnimmt und einnehmen will.

Lombardei

Vermutlich kennen Sie Franciacorta, aber haben Sie schon einmal von Oltrepò Pavese gehört oder gekostet? Über eine unterschätzte Schaumweinappellation im Schatten des bekannten Nachbarn.