Vizepräsident Peter Albrecht, Weinprinzessin Franziska Pfizenmayer, Staatsekretärin Sabine Kurtz MdL, Weinbaupräsident Hermann Hohl (v.l.)
Vizepräsident Peter Albrecht, Weinprinzessin Franziska Pfizenmayer, Staatsekretärin Sabine Kurtz MdL, Weinbaupräsident Hermann Hohl (v.l.)

»Charakterstarker« 2022er

Deutlich früher als in vorherigen Jahren beginnt die Weinlese in Württemberg. Bereits Mitte September werde das gesamte Weinbaugebiet in die Hauptlese eingestiegen sein, die sonnenverwöhnten Trauben ließen fruchtige Weißweine und charakterstarke Rotweine des Jahrgangs 2022 erwarten, berichtete der Weinbauverband Württemberg auf seiner Herbstpressekonferenz am 8. September auf Schlossgut Hohenbeilstein.
Bereits Anfang September sei die Aromatik der Trauben sehr ausgereift. Entsprechend werde Mitte des Monats die Weinlese in vollem Gange sein. Robuste Beerenhäute schützen die wertvollen Inhaltsstoffe und die vielen Sonnenstunden sorgten für eine frühzeitige Verfärbung der Rotweintrauben. Unter anderem Riesling und Lemberger könnten die großen Gewinner des Jahrgangs werden, so der Verband.
Obwohl die Trauben noch nicht im Keller sind, richtet der Weinbauverband Württemberg bereits den Blick nach vorne, denn offensichtlich leide die Arbeit der Winzer unter den Folgen des Klimawandels: An vielen Standorten werde der jährliche Ertrag durch diverse Starkwetterereignisse, wie in diesem Jahr Trockenheit, maßgeblich negativ beeinflusst.
Im Sinne des betrieblichen Risikomanagements adressieren die Verbandsvertreter an Staatssekretärin Sabine Kurtz MdL den zwingenden Bedarf der staatlichen Förderung einer echten Mehrgefahrenversicherung, die explizit alle relevanten Ereignisse wie Hagel und Dürre beinhalten muss.  
Sorgen bereiten den Verbandsvertretern zudem die zunehmenden Preissteigerungen in der Trauben- und Weinproduktion. Allein im vergangenen Jahr stiegen die Beschaffungskosten für landwirtschaftliche Produktionsgüter um teilweise über 25 Prozent. Hinzu kommen Schwierigkeiten in der Verfügbarkeit von ausländischen Saisonarbeitskräften und vor allem die Anhebung des Mindestlohns. Die derzeitigen Rahmenbedingungen, insbesondere die Steigerungen der Energiepreise, trüben die Stimmung der Winzer.

Schlagworte

ddw 20/22 vom 30.9.2022

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