Wilhelm Weil, Fritz Keller, Dirk Würtz und H.O. Spanier feiern den Aufbruch der Gastronomie
Wilhelm Weil, Fritz Keller, Dirk Würtz und H.O. Spanier feiern den Aufbruch der Gastronomie

Aufbruch

Die VDP-Weingüter Robert Weil, Battenfeld-Spanier und St. Antony haben die gemeinsame Cuvée »Aufbruch« kreiert, mit der sie den Aufbruch der Gastronomie feiern wollen. Geboren wurde die Idee als H.O. Spanier, Dirk Würtz und Wilhelm Weil im November 2020 über die Situation der Gastronomie diskutierten und überlegten, wie man die Gastronomie unterstützen könnte. 

Ihre Idee: eine »Aufbruch«-Reihe durch exzellente gastronomische Betriebe auf beiden Seiten des Rheins zur Wiedereröffnung der Gastronomie. Vom 7.–12. Juni wurde die Cuvée in zwölf verschiedenen Restaurants vorgestellt und kulinarisch begleitet. »Mit dem Zeitplan haben wir richtig Glück gehabt«, freute sich Dirk Würtz von St. Antony. So war in Wiesbaden gerade erst die Öffnung der Außengastronomie zulässig, und das Wetter spielte mit.

»Es geht uns darum, eine positive und energiegeladene Aufbruchsstimmung zu erzeugen. Wir wollen den Schulterschluss zwischen Weingütern, Gastronomie, Kultur und Wirtschaft demonstrieren, in dem wir Menschen an den großen Tafeln des Rhein-Main-Gebietes zusammenbringen«, sagt Dirk Würtz. »Die ›Tafel‹ dient in diesem Kontext sinnbildlich als Ort der Zusammenkunft und als kreativer Ursprung gesellschaftlicher Strömungen.« 

Die Idee, beide Rhein-Seiten zu verbinden, zeigt sich auch im Wein. In die Cuvée flossen das jeweils beste Fass aus dem Kiedricher Gräfenberg von Robert Weil, dem Niersteiner Hipping von St. Antony und dem Nieder-Flörsheimer Frauenberg von Battenfeld-Spanier. Auch mit der weinrechtlichen Bezeichnung Landwein Rhein wirkt die Riesling-Cuvée wie die Antithese zum VDP-Mantra: »Je enger die Herkunft, desto höher die Qualität«. Die Motivation, Gastronomie zu fördern und gemeinsam im Rhein-Main-Gebiet aktiv zu sein, dürfte Kritiker jedoch verstummen lassen. Die Flaschen-Front wird von einem Künstler-Etikett von Bernd Zimmer geziert.

Die Aufbruch-Cuvée mit Künstleretikett »Konstellation« von Bernd Zimmer
Die Aufbruch-Cuvée mit Künstleretikett »Konstellation« von Bernd Zimmer

Für ihre Veranstaltungsreihe hatten sich Würtz, Weil und Spanier prominente Gastredner eingeladen, die Impulsvorträge zur Wiedereröffnung der Gastronomie hielten. Die Impulse kamen unter anderen von Joschka Fischer, Schauspieler Dietmar Bär und Zukunftsforscher Matthias Horx.

Am 9. Juni kam der ehemalige DFB-Präsident Fritz Keller nach Kiedrich in die Weinschänke Schloss Groenesteyn und sprach zum Thema »Vom Einfachen das Beste: Fußball, Wein und gutes Essen«. Die Rolle des Präsidenten hatte Keller noch nicht ganz abgelegt, als er die enorme gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs betonte. Neben den positiven gesundheitlichen Aspekten hob er auch hervor, dass beim Fußball soziale Grenzen verschwinden.

Damit zog er den Bogen zum Veranstaltungskonzept. »So wie das antike Symposium, changieren unsere ›Aufbruch‹-Veranstaltungen zwischen Gastmahl und der themenbezogenen Diskussion«, sagte Wilhelm Weil. »Dazu kommt man an der großen Tafel zusammen – zu Genuss, Networking und inspiriertem Austausch.«

Am Aufbruch-Wein Interessierte stoßen auf ein kulinarisches Hindernis. Der Wein wird nicht verkauft, sondern an die zwölf Gastronomen verteilt, die ihre Betriebe für die Aufbruch-Reihe zur Verfügung gestellt haben. Sie sollen mit diesen gemeinsam mit ihren Stammgästen auf den Aufbruch in die neue Freiheit anstoßen können. cg

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Ausgabe 18/2021

WEINWIRTSCHAFT Ausgabe 18/2021

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