Martin Löffler (Bürgermeister Müllheim), Holger Klein (stellv. Geschäftsführer Badischer Weinbauverband), Landwirtschaftsminister Peter Hauk, die Badische Weinkönigin Katrin Lang, Weinbaupräsident Rainer Zeller sowie die Vizepräsidenten des Verbandes Martin Schmidt, Stephan Danner und Thomas Walz bei der Pressekonferenz (Foto: BWV)
Martin Löffler (Bürgermeister Müllheim), Holger Klein (stellv. Geschäftsführer Badischer Weinbauverband), Landwirtschaftsminister Peter Hauk, die Badische Weinkönigin Katrin Lang, Weinbaupräsident Rainer Zeller sowie die Vizepräsidenten des Verbandes Martin Schmidt, Stephan Danner und Thomas Walz bei der Pressekonferenz (Foto: BWV)

Neidischer Herbst

Der Badische Weinbauverband gab auf seiner Herbstpressekonferenz bekannt, dass die Erntemenge 2021 rund 20 Prozent unter dem ebenfalls nicht großen Vorjahr liegen könnte. Allerdings ist die Prognose in diesem Jahr mit noch größerer Unsicherheit verbunden als in den Vorjahren, denn die Situationen ist in den einzelnen Bereichen Badens sehr heterogen, und der späte Herbstbeginn lässt sehr verschiedene Szenarien zu.

So mussten die Bereiche Markgräflerland, Kaiserstuhl, Tuniberg, Breisgau und Ortenau um Ostern Schäden durch Windfröste hinnehmen, die sich kaum ausgewachsen haben. Auf der anderen Seite blieben die Bereiche Kraichgau, Badische Bergstraße, Tauberfranken und Bodensee davon weitestgehend verschont. Nach derzeitiger Prognose dürften Markgräflerland und Ortenau, die zusätzlich mit Hagel zu kämpfen hatten am stärksten von den Ausfällen betroffen seien. 

Qualitativ ist der Weinbauverband optimistisch und hofft bei stabilen Witterungsverhältnissen zumindest auf gute Qualitäten mit moderatem Alkoholgehalt und einer animierenden Aromenausprägung. Der Beginn der Hauptlese wird um den 20. September erwartet.

Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk thematisierte auf der Versammlung den Wandel in der Weinbaupraxis. Die Entwicklung nachhaltiger Pflanzenschutzmittel sowie die Förderung des biologischen Anbaus und des Einsatzes neuer pilzresistenter Sorten stünden ganz oben auf der Agenda des Ministeriums. Man habe sich in Brüssel für die Wiederzulassung von Kaliumphosphonat im biologischen Weinbau eingesetzt, bisher ohne Erfolg. Angesichts der starken Niederschläge und des hohen Peronospora-Befalls im Jahrgang 2021 traf er damit einen Nerv.

Holger Klein, stellvertretender Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbands richtete einen Appell an Minister Hauk, den Winzern auch in Zukunft geeignete Maßnahmen zum Schutz ihrer Pflanzen und zur Ertragssicherung zu ermöglichen. Weitere Einschränkungen bei Pflanzenschutzmitteln könnten die Winzer in Jahren wie 2016 und 2021 an den Rand ihrer Existenz bringen. cg
 

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Ausgabe 18/2021

WEINWIRTSCHAFT Ausgabe 18/2021

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