Phosphatmine (Foto: fannyes, stock.adobe.com)
Phosphatmine (Foto: fannyes, stock.adobe.com)

Engpässe bei önologischen Mitteln befürchtet

Das staatliche Weinbauinstitut Freiburg (WBI) warnt vor Lieferengpässen und Preissteigerungen beim Hefenährstoff Diammoniumphosphat (DAP). Bereits im Frühjahr waren entsprechende Präparate vorübergehend nicht verfügbar.

Momentan sei die Verfügbarkeit zwar wohl gewährleistet, dass WBI rät aber dazu, den Bedarf frühzeitig zu kalkulieren und sich mit den unbedingt erforderlichen Mengen rechtzeitig einzudecken. Hintergrund ist der Umstand, dass ein Großteil der Phosphatprodukte auf Rohstoff aus Russland und China basiert, die ihre Exporte Ende 2021 gestoppt haben.

Quelle: WBI
Mögliche Hefenährstoffpräparate, Quelle: Staatliches Weinbauinstitut Freiburg

Insbesondere vor dem Hintergrund gestiegener Kosten sollten Hefenährstoffe/Gärsalze nicht präventiv gegeben werden, sondern nur, wenn wirklich ein Mangel an hefeverwertbarem Stickstoff im Most vorliegt. Ein hefeverwertbarer Stickstoffgehalt von 150–200 mg/l gilt als ausreichend, um eine sichere Vergärung auch bei hohen Oechslegraden zu gewährleisten. Durch die Wahl der verwendeten Reinzuchthefe kann der Nährstoffbedarf beeinflusst werden.

Für die alternative Verwendung von Diammoniumsulfat (DAS), welches gerne in südlichen Weinbauländern genutzt wird, da es den Nebeneffekt einer pH-Wert-Absenkung mit sich bringt, gibt es mangels Studien und Praxiserfahrung keine Empfehlung seitens des BWI. Sollte ein Betrieb dennoch auf das günstigere DAS zurückgreifen wollen, wird geraten, bei der Wahl der Reinzuchthefe auf Produkte zu achten, welche aufgrund ihrer geringen Bildung von Schwefelverbindungen selektiert wurden. VM

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Ausgabe 16/2022

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