Der Kölner Einzelhändler mischt nun auch bei den Schnelllieferdiensten mit. (Foto: Flink)
Der Kölner Einzelhändler mischt nun auch bei den Schnelllieferdiensten mit. (Foto: Flink)

Rewe liefert flinker

Der Kölner Handelskonzern beteiligt sich am Berliner Start-up Unternehmen Flink und mischt nun neben dem Kundenlieferservice rewe.de auch im boomenden Markt der Schnelllieferdienste mit.

Die Flink SE habe sich Investitionen in Höhe von 240 Millionen Dollar von neuen internationalen Geldgebern gesichert, teilte das Unternehmen mit. Darunter seien Investoren wie Prosus und Mubadala Capital. Gleichzeitig habe Flink sich mit dem Supermarkt-Riesen Rewe auf eine strategische Partnerschaft verständigt. Der Lieferdienst stellt nach eigenen Angaben mehr als 2400 verschiedene Produkte in weniger als zehn Minuten nach der Bestellung an Kunden zu. Das Unternehmen expandiere schnell und erreiche bereits mehr als drei Millionen Verbraucher.

Zu der Entscheidung von Rewe sich beim Lebensmittel-Schnelllieferdienst flink zu engagieren und dort unter anderem exklusiv die Warenversorgung zu übernehmen, erklärte Lionel Souque, Vorstandsvorsitzender der Rewe Group heute in Köln: "Der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland hat in der Corona-Krise eine Verdopplung des Liefer- und Abholservice-Geschäfts erlebt. Rewe ist in diesem Segment als Marktführer in Deutschland hervorragend positioniert und setzt auf die kontinuierliche Weiterentwicklung von Rewe.de. Denn der Rewe Liefer- und Abholservice ist die Speerspitze unseres B2C E-Commerce-Geschäfts, das wir ausbauen und mit dem wir auch in Zukunft dynamisch wachsen werden. Dafür sind 2021 und in den folgenden Jahren erneut hohe Investitionen geplant." 

Zugleich erkenne man, dass sich das Liefergeschäft mit Lebensmitteln in Deutschland aktuell sehr stark ausdifferenziere. Neben dem umfassenden Vollsortiments-Angebot bei Rewe.de mit bis zu 20.000 bestellbaren Artikeln treten Schnell-Lieferdienste in den Markt ein, deren USP laut Souque eine Belieferung der Kunden in 10 Minuten sei. Flink sei in diesem Segment ein Vorreiter mit einem starken Gründer- und Management-Team, herausragender Expertise und vielversprechenden Perspektiven. "Wir sind überzeugt, dass wir durch unser finanzielles Engagement in Form einer Minderheitsbeteiligung und die Kooperation im Bereich Ware einen entscheidenden Beitrag zum dauerhaften Erfolg von flink leisten und dabei zugleich als Rewe Group von der Entwicklung des Marktsegments profitieren können", sagt der Rewe-Chef. 

Die Oetker-Gruppe hat zuletzt das Münsteraner Start-Up Flaschenpost übernommen, um es mit dem eigenen Lieferdienst Durstexpress zu verschmelzen. Der größte deutsche Lebensmittelhändler Edeka hatte sich kürzlich von seinem Lieferdienst Bringmeister verabschiedet und ihn an Finanzinvestoren verkauft. Dafür setzt Edeka stärker auf das niederländische Unternehmen Picnic, das nach dem Milchmann-Prinzip Lebensmittel zu festen Zeitfenstern in Straßenauszügen ausfährt. Aus dem Schnellliefer-Wettbewerb hält sich Edeka aber noch heraus, was aber nicht so bleiben muss. //pip