Das Führungstrio der Genossenschaftskellerei Heilbronn: Daniel Drautz, Justin Kircher und Rainer Weber (v.l.n.r.)
Das Führungstrio der Genossenschaftskellerei Heilbronn: Daniel Drautz, Justin Kircher und Rainer Weber (v.l.n.r.)

Heilbronn trotz Umsatzrückgang zufrieden

Der Nettoumsatz der Genossenschaftskellerei Heilbronn sank 2020 um 6,7 Prozent auf 25,41 Mill. Euro. Dennoch zeigt sich der Vertriebsgeschäftsführer Rainer Weber bei der Bilanzpressekonferenz mit dem Ergebnis zufrieden. Gerade Bereiche, in denen die Genossenschaftskellerei traditionell stark sei, hätten unter den Corona-Beschränkungen gelitten.

Einbußen in den Segmenten Gastronomie, Getränkefachhandel und Veranstaltungen hätten sich durch Zuwächse im LEH und im Endkundengeschäft nicht ausgleichen lassen. Weber hob das Online-Geschäft hervor, das sich auf 600–700.000 Euro Umsatz verdoppelt hätte.

2021 läuft besser

Stand August 2021 liegt der Umsatz der Genossenschaftskellerei knapp 2 Prozent höher als im Vorjahr. Der Absatz hat sich jedoch um 5 Prozent reduziert. Grund sind geringere Offenwein-Geschäfte und Lieferungen für den Discount. Dies liegt auch an der unterdurchschnittlichen Erntemenge von 113 kg/ar im Jahr 2020, wie Geschäftsführer Daniel Drautz erklärte. 

Für 2021 hofft der Vorstandsvorsitzende Justin Kircher auf eine Menge von 130–135 kg/ar. »Entscheidend wird sein: Können wir nach Reife lesen, oder müssen wir auf Fäulnis reagieren?«, so Kircher. Stand Ende August wird mit einem Beginn der Hauptlese um den 20. September gerechnet.

Flächenwachstum und neue Produkte

Gewachsen ist die Genossenschaftskellerei Heilbronn 2020 in der Fläche. Mit einer Zunahme um 36 Hektar kommt sie nun auf 1.490 Hektar und zementiert damit ihren Status als größte Einzelgenossenschaft Deutschlands. Die Mitgliederzahl sank dagegen auf 1.287.

Mit einer Produktoffensive wollen die Heilbronner den Aufschwung 2021 unterstützen. Neu ist die »Edition Weinberg« mit feinherben Cuvées in weiß, rot und rosé. Zudem lancierte sie die Weinschorle in 0,33-Liter-Flaschen, die insbesondere im Veranstaltungsbereich Impulse setzen soll.

Preiserhöhung

Zum 1. Oktober erhöht die Genossenschaftskellerei ihre Preise um 10–20 Cent/Flasche. »Wein wird nächstes Jahr nicht nur in Heilbronn teuer«, prognostizierte Rainer Weber. »Auch wegen der Inflation führt an höheren Preisen kein Weg vorbei.«

Erfreulich ist auch die Entwicklung des »Ursprung«-Trollingers. Seit 1. Juli ist dieser bei Edeka Minden zentralgelistet. Ein Rosé unterstützt die gute Absatzentwicklung. Justin Kircher ist zuversichtlich, dass Württemberg mit Trollinger noch mehr erreichen kann. An der LVWO Weinsberg ist ein Trollinger-Projekt gestartet, an dem sich Weingüter und Genossenschaften aus ganz Württemberg beteiligen. cg

Ausgabe 18/2021

WEINWIRTSCHAFT Ausgabe 18/2021

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