Rund 400 Hektar Weinberge wurden im Valpolicella schwer durch Hagel geschädigt
Rund 400 Hektar Weinberge wurden im Valpolicella schwer durch Hagel geschädigt

Schweres Hagelunwetter in Verona

Starke Windböen, überdimensionale Hagelkörner und Starkregen verursachten am 23.8.2020 im Großraum Verona teilweise erhebliche Schäden. Am schlimmsten wütete das Superzellengewitter im Stadtzentrum von Verona, aber auch die Weinberge im Valpolicella sind betroffen. 

Nach einer ersten Schätzung der Agronomen des Konsortium und der örtlichen Behörden wurden rund 400 Hektar Rebfläche schwer beschädigt. Das sind rund 5 Prozent der Gesamtfläche von 8.300 Hektar. 

Besonders verheerend sieht es in San Pietro in Cariano und im östlichen Gebiet von Verona aus, wo teilweise mit Ernteeinbußen zwischen 70 bis 100 Prozent gerechnet wird. 

»Wir sind dabei mit den entsprechenden Behörden die Höhe der finanziellen Verluste zu beziffern. Das betroffene Gebiet ist glücklicherweise begrenzt, aber die Weinberge und die Umwelt haben dort extreme Schäden erlitten. Davon hat sich auch der Gouverneur Venetiens Luca Zaia überzeugt, dem wir für seine Unterstützung und Präsenz danken«, erklärte Christian Marchesini, der Präsident des Konsortiums. 

Die großen Namen des Amarone scheinen mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein. Jedenfalls erklärten Masi, Allegrini, Pasqua, Tedeschi, Dal Forno, Quintarelli, Collina dei Ciliegi und selbst Zymè in San Pietro in Cariano gegenüber dem Portal Winenews keine oder kaum Schäden erlitten zu haben.

Auch die Kellerei Tommasi mit 215 Hektar in den DOC-Gebieten Veronas, darunter auch im Valpolicella Classico, bestätigte gegenüber WEINWIRTSCHAFT, dass die Lage unter Kontrolle sei. »In der Gemeinde Sant’Ambrogio, wo unsere Trauben für Ripasso und Amarone wachsen, hatten wir vergleichsweise Glück. Es kam zwar unheimlich viel Wasser runter, und der Wind war heftig, aber die Schäden sind kaum nennenswert. In Pedemonte, wo sich der Sitz unserer Kellerei befindet, hagelte es hingegen auch, aber nicht so dramatisch wie in Verona. Im Valpolicella Classico scheint alles gut gegangen zu sein. Von einigen Kollegen aus dem erweiterten Valpolicella (Valpolicella DOC, Anm. d. Redaktion) hören wir leider, dass sie teils gewaltige Einbußen hinnehmen müssen. Bei uns in Pedemonte haben wir es jetzt mit Problemen zu tun, die auf den Stromausfall und die Schwierigkeiten zurückzuführen sind, die das Unwetter im Stadtgebiet verursacht hat«, berichtet Giancarlo Tommasi, der Önologe und Agronom von Tommasi. 

Die Ernte im Valpolicella beginnt um Mitte September. Die größte Furcht der Produzenten ist die instabile Wetterlage, die ein erneutes Unwetter nicht ausschließt. vc