Paul Graf von Schönborn beendet die 670-jährige Weinbautradition der Familie im Rheingau
Paul Graf von Schönborn beendet die 670-jährige Weinbautradition der Familie im Rheingau

Schloss Schönborn schließt

Seit 1349 betreibt die Familie Schönborn im Rheingau Weinbau. Diese lange Historie erfährt nun eine Zäsur. Paul Graf von Schönborn hat entschieden, künftig nur noch auf dem Weingut Schloss Hallburg im fränkischen Wiesentheid Wein auszubauen, wo die Familie seit 1805 ein Weingut betreibt. In Wiesentheid befindet sich auch der Hauptsitz der Familie Schönborn, die neben dem Weinbau beispielsweise auch in der Forstwirtschaft aktiv ist.

Die Familie betont, dass das Eigentum im Rheingau aufrecht erhalten bleibe. Der Weinanbau in Hattenheim werde in Zusammenarbeit mit Drittbetrieben erfolgen. Auch in Zukunft wolle man »Spitzenweine aus dem Rheingau in kleinen Mengen anbieten, um die Tradition fortzuführen.« Das Weingut Schloss Schönborn, in dessen Keller in den letzten Jahren seit 2015 nach eigenen Angaben erheblich investiert wurde, wird jedoch geschlossen. Schloss Schönborn bewirtschaftete rund 30 Hektar Rebfläche in 33 Rheingauer Einzellagen.

»Es sind bisher keine Gespräche mit möglichen Pächtern für die Räumlichkeiten oder Grundstücksflächen getroffen worden. Wir arbeiten gerade an der künftigen Nutzung der Gebäude und der Grundstücksflächen«, erklärt Paul Graf von Schönborn gegenüber WEINWIRTSCHAFT und ergänzt: »Ich kann versichern, dass mir die Entscheidung – das Weingut zu schließen und die Mitarbeiter freizustellen – nicht leichtgefallen ist.«

In einer Pressemitteilung wird die Entscheidung damit begründet, dass man Komplexitäten reduzieren und die wirtschaftliche Entwicklung verbessern wolle. Das Rheingauer Weingut Schloss Schönborn stand 2013 prominent im Blickpunkt von weinrechtlichen Ermittlungen. Im Zuge dessen wurden unter anderem 22 Weinen die AP-Nummer entzogen, und das Weingut verließ 2014 den VDP. cg

Schlagworte