Gute Stimmung nach der Ernte in Kalifornien (Foto: California Wine Institute)
Gute Stimmung nach der Ernte in Kalifornien (Foto: California Wine Institute)

Geringere Menge, sehr gute Qualität

In Kalifornien ist mit einer leicht unterdurchschnittlichen Ernte von 3,6–3,7 Mill. Tonnen zu rechnen. Das schätzen die Weinbroker von Ciatti und liegen damit leicht über der staatlichen Ernteprognose von August, die von 3,6 Mill. Tonnen ausging. 2020 wurden rund 3,4 Mill. Tonnen Trauben für die Weinherstellung gelesen. Das 5-Jahres-Mittel liegt bei 3,9 Mill. Tonnen.

Das California Wine Institute sieht 2021 als einen der besten Jahrgänge in der jüngeren Vergangenheit. Im ganzen Staat seien die Erntebedingungen sehr gut gewesen, nachdem während der Vegetationsperiode moderate Wetterbedingungen geherrscht hätten. Das führte zu hervorragenden Qualitäten.

Die Lese begann in vielen Bereichen wie der North Coast deutlich früher als üblich, an der Central Coast dauerte es dagegen etwas länger. In den meisten Gebieten hat die Trockenheit für etwas kleinere bis durchschnittliche Erträge gesorgt, Hitzewellen blieben jedoch aus, sodass die Winzer vor allem die Qualität der Trauben in den Mittelpunkt ihrer Berichte stellen. Geringere Mostgewichte ermöglichen alkoholärmere Weine, und auch die höhere Säure ist den Winemakern sehr willkommen.

Obwohl Kalifornien 2021 erneut von starken Bränden heimgesucht wurde, ist der Einfluss des Rauchs auf die Trauben diesmal kein Thema, da die Brände zu einem sehr frühen Zeitpunkt deutlich vor der Ernte wüteten.

Das Central Valley, das einen Großteil des Fassweinmarkts versorgt, ist mit sehr kleinen Beständen in die Ernte gegangen. Kombiniert mit niedrigeren Erträgen sorgt das für Druck in Richtung steigender Preise auf dem Fassweinmarkt. Zusätzliche Schwierigkeiten entstehen durch die Logistik, aktuell verzögert sich der Abtransport kalifornischer Weine deutlich. So konkludiert auch Ciatti: »Wie werden die Verbraucher, die bereits einen Inflationsdruck spüren, auf spürbar höhere Weinpreise im Einzelhandel reagieren?« cg/aw

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Ausgabe 24/2021

WEINWIRTSCHAFT Ausgabe 24/2021

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