Barolo & Co. regeln Ernte 2020

Mittwoch, 24. Juni 2020 - 9:00
Hersteller
Wein
Matteo Ascheri, Präsident des Konsortiums der Langhe, will mit den Beschränkungen Barolo & Co. aufwerten (Foto: Veronika Crecelius)

Das große Konsortium der Langhe, das die Herkünfte Barolo, Barbaresco, Alba, Langhe und Dogliani verwaltet, hat Vorgaben für die Ernte 2020 entworfen. Der Verwaltungsrat schlägt den Mitgliedern vor, 10 Prozent vom Höchstertrag der DOCGSs Barolo und Barbaresco als Erntereserve einzulagern.

Das Konsortium will die Verwendungsmöglichkeit der Erntereserve prüfen, bevor der Jahrgang zum Verkauf freigegeben kann, beim Barbaresco ist das der 1. Januar 2023, beim Barolo der 1. Januar 2024. Ob die Reserven dann als DOCG-Weine klassifiziert und eventuell später emittiert werden können, entscheidet die Marktlage. Die Mitglieder werden über diese Vorschläge in der nächsten regulären Versammlung vor der Ernte abstimmen. 

Parallel zu dieser Maßnahme werden die gesetzlich gestatteten Überschüsse der DOC-Produktion reguliert. Von dem Plus von bis zu 20 Prozent Trauben dürfen nur noch 5 Prozent für die Herstellung von Wein (sowieso ohne Herkunft) genutzt werden, die restlichen 15 Prozent müssen alternativ verarbeitet werden, zum Beispiel als Saft oder für die Destillation. 

Mit dieser Regelung können dem Markt potenziell 70.000 Hektoliter Tafelwein entzogen werden, um die Position der DOC-Weine zu stärken. Sie soll bei allen DOC- und DOCGs angewendet werden außer Verduno Pelaverga DOC und Dogliani DOCG. 

»Die Zahlen der ersten Monate 2020 erlauben uns einen vorsichtigen Optimismus, auch angesichts der Öffnungen. Wir sind offensichtlich bereit, mit weiteren Maßnahmen einzuschreiten, falls es sich in den nächsten Monaten als erforderlich erweist. Unser Ziel ist und bleibt die Aufwertung und die Promotion unserer DOCGs und DOCs über gezielte und unterschiedliche Strategien«, kommentierte der Präsident des Konsortiums Matteo Ascheri die Maßnahmen. vc
 

Anzeige