Der Detusche Brauer-Bund unterzeichnet die "Charta der Vielfalt" und setzt sich damit für Diversity ein. (Bild: kebox - adobe.stock.com)
Der Detusche Brauer-Bund unterzeichnet die "Charta der Vielfalt" und setzt sich damit für Diversity ein. (Bild: kebox - adobe.stock.com)

DBB sieht wirtschaftliche Relevanz für Vielfalt

Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) hat die „Charta der Vielfalt“, ein grundlegendes Bekenntnis zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen von Vielfalt, unterzeichnet. Die Charta ist eine Initiative zur Förderung von Diversität in Unternehmen und Institutionen und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzler Olaf Scholz.

„Wir können wirtschaftlich, aber auch gesellschaftlich nur erfolgreich sein, wenn wir die vorhandene Vielfalt anerkennen, sie fördern und nutzen",  sagt Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des DBB. Sprich: Diversität sei kein „nice to have“, sondern ein Schlüssel zum Erfolg. Dieser Ansicht ist auch der Zukunftsforscher Prof. Dr. Thomas Druyen vom Siegmund Freud Institut in Wien. Angesichts des akut werdenden Mangels an Personal gelte es seiner Meinung nach, alle Menschen in die Personalplanung einzubeziehen und diese zu fördern. Dies machte der Wissenschaftler auch auf dem vergangenen Get.In.-Kongress deutlich: "Zwischen den Jahren 2023 und 2035 werden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mehr als 13 Millionen Menschen in den Ruhestand gehen. Das sind fast ein Drittel aller Erwerbstätigen, die dem Arbeitsmarkt unwiederbringlich fehlen werden."

Doch nicht nur aus der ökonomischen Verantwortung heraus wird die proaktive Förderung der Verschiedenheit in Unternehmen (über die längst gesetzlich verankerte Pflicht zur Chancengleichheit und Gleichbehandlung hinaus) essenziell, vor allem auch gesellschaftlich: Bier und Brauhandwerk würden laut DBB-Chef Holger Eichele seit Jahrtausenden für den Austausch zwischen Menschen stehen. Ohne die enge Vernetzung des Wissens und eine Zusammenarbeit über Ländergrenzen und kulturelle Grenzen hinweg sei die reiche Braukultur heute nicht vorstellbar und wäre sie auch in der Zukunft nicht. Eichele weiter: „Wir unterzeichnen die Charta der Vielfalt und bekennen uns zu ihren Werten, weil wir die Diversität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren unterschiedlichsten Fähigkeiten und Talenten noch stärker fördern wollen.“ //GZ

Über die Charta der Vielfalt

Die "Charta der Vielfalt" wurde 2006 von Unternehmen ins Leben gerufen und wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Reem Alabali-Radovan, unterstützt. Alle Beschäftigten sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtlicher Identität, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexueller Orientierung und sozialer Herkunft. Bis heute haben rund 4.800 Firmen, Verbände und weitere Institutionen die Selbstverpflichtung zum Diversity Management unterzeichnet. Der von der "Charta der Vielfalt" definierte Grundgedanke von Diversity Management lautet: „Die Wertschätzung der Vielfalt der Beschäftigten dient dem Erfolg der Organisation. Die Verschiedenheit der Beschäftigten wird bewusst im Rahmen der Personalstrategie und der Organisationsentwicklung gefördert.“

Schlagworte

GZ 03/23

Themen der Ausgabe

Gastkommentar: Christoph Koehler

Dass Bier eine Heimat braucht, erklärt Christoph Koehler von der Darmstädter Privatbrauerei in seinem Gastkommentar. Er betont: Herrscher über die eigene Wertschöpfungskette zu sein, entwickelt sich immer mehr zum Wettbewerbsvorteil.

Aktuelles Interview: Savina Fohsack

"Etliche Probleme sind wir los": Savina Fohsack, Geschäftsführerin von Fohsack Getränke in Ellerbek, erzählt, warum sie als Getränkefachgroßhändlerin auf Bestell-Apps setzt – und wie sie davon profitiert.

Titelthema: Pfungstädter Brauerei

Hessen größte Privatbrauerei steht wirtschaftlich so gut wie lange nicht da – und kämpft trotzdem ums Überleben. Eine Chronik des Scheiterns.