Nico Nusmeier, Vorsitzender des Vorstandes, der Schörghuber Unternehmensgruppe ist froh, dass aufgrund der Struktur die vier Bereiche sich gegenseitig stützen könnten. (Foto: Schörghuber)
Nico Nusmeier, Vorsitzender des Vorstandes, der Schörghuber Unternehmensgruppe ist froh, dass aufgrund der Struktur die vier Bereiche sich gegenseitig stützen könnten. (Foto: Schörghuber)

Schörghuber verfehlt gesteckte Zielmarken 2020

Konzernumsatz und -ergebnis der in München ansässigen, familiengeführten Schörghuber Gruppe verfehlten im Geschäftsjahr 2020 die gesteckten Zielmarken, heißt es unternehmensintern. Ursache dafür sei die weltweite Covid-19-Pandemie gewesen, die die vier Geschäftsbereiche in unterschiedlichem Ausmaß traf. Während Bayerische Hausbau und Paulaner Brauerei Gruppe ein positives Ergebnis erzielt hätten, musste die Arabella Hospitality herbe Verluste hinnehmen. Auch Ventisqueros konnte seine Ziele nicht erreichen. Gleichwohl habe der Unternehmensverbund in der Krise das Fundament für sein weiteres Wachstum legen und insbesondere wichtige Digitalisierungs-Projekte anstoßen und umsetzen können.

„Durch ein unmittelbar zu Krisenbeginn umgesetztes rigides Kosten- und Liquiditätsmanagement und nicht zuletzt durch eine herausragende Teamleistung ist es uns gelungen, unser Geschäft trotz schmerzhafter Einbußen im Kern zu verteidigen“, betonen Nico Nusmeier, Vorsitzender des Vorstandes, und sein Vorstandskollege Dr. Hermann Brandstetter. Erneut bewiesen habe sich dabei die gewachsene Struktur der Gruppe, die zur Risikostreuung bewusst beibehalten werde: „Unsere vier Unternehmensbereiche helfen und stützen einander.“

Der Unternehmensbereich Getränke wird at equity konsolidiert. Er verzeichnete einen Umsatzrückgang auf 621,6 Millionen Euro (Vorjahr: 701,7 Millionen Euro). Das Ergebnis fiel auf 3,3 Millionen Euro (Vorjahr: 31,1 Mio. EUR). 

Licht und Schatten bei der Paulaner Gruppe

Die Paulaner Brauerei Gruppe sei nach Angaben der Schörghuber Gruppe im Biermarkt Markführerin in ihren Kerngebieten Bayern und Baden-Württemberg. Die im Joint Venture mit Heineken International B.V. (30 Prozent) geführte Gesellschaft fungiere als Stammhauskonzern des Unternehmensbereiches Getränke. Sie hält eine hundertprozentige Beteiligung an der Fürstlich Fürstenbergische Brauerei, der Privatbrauerei Hoepfner und der Privat-Brauerei Schmucker und zudem 63,8 Prozent an der börsennotierten Kulmbacher Brauerei AG.

Im Berichtsjahr hätte die Paulaner Brauerei Gruppe Umsatz- und Ergebniseinbußen hinnehmen müssen. Das Absatzvolumen sank auf 7.885 Millionen Hekotliter (inklusive alkoholfreie Erfrischungsgetränke, Lohnproduktion und Handelsware, Vorjahr: 8.164 Millionen Hektoliter). Dies sei vor allem auf das Exportgeschäft zurückzuführen gewesen. Absatzstarke Märkte wie Italien, Frankreich und Spanien hätten einen hohen Gastronomieanteil. Aufgrund von pandemiebedingten Schließungen und Einschränkungen sei es hier zu erheblichen Einbußen von -18,9 Prozent gekommen. Auch die exportstarke Hauptmarke Paulaner hätte darunter (-15,4 Prozent) gelitten.

Von der guten Entwicklung im Handelssegment hätten vor allem Chiemseer und Mönchshof profitiert. Die in Rosenheim gebraute Hellbiermarke habe das starke Vorjahreswachstum mit einem Plus von 41,1 Prozent auf 226.000 fortgesetzt. Mönchshof habe seine Marktführerschaft im Bügelflaschensegment weiter ausgebaut (+ 22,0 Prozent) und habe die Rekordmarke von 1,2 Mio. Hektoliter erreicht. Mit einem Marktanteil von 25,9 Prozent sei damit jedes vierte in Deutschland getrunkene Bier in der Bügelverschlussflasche eines der Marke Mönchshof, berichtet Schörghuber.

Für die erwartete Marktentwicklung mit Wachstumspotenzialen in den Segmenten Hellbier, alkoholfreie Biere, Spezialitäten und Biermischgetränke sehe sich die Paulaner Brauerei Gruppe gut aufgestellt. Die hoch erfolgreiche Markteinführung des Paulaner Weißbier alkoholfrei 0,0% im vergangenen und die nicht minder erfolgreiche Umstellung des Paulaner Hell auf die Euroflasche in diesem Jahr hätten zu diesem Optimismus beigetragen. Trotz der weltweiten Pandemie hätten schließlich fünf neue Paulaner Brauhäuser im Ausland eröffnet werden können, vier in China und eines in Russland. Der bisherige Jahresverlauf 2021 gebe der Strategie der Gruppe recht: Im Heimatmarkt Deutschland konnten Marktanteile hinzugewonnen werden und im Export wurde pandemiebedingt verlorenes Terrain fast vollständig zurückerobert, heißt es. //pip

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