Prof. Andreas Buske, Vorstand Zwiesel Kristallglas, freut sich mit Scott Hamberger, CEO Fortesssa , über die Fusion. (Foto: Zwiesel Kristallglas)
Prof. Andreas Buske, Vorstand Zwiesel Kristallglas, freut sich mit Scott Hamberger, CEO Fortesssa , über die Fusion. (Foto: Zwiesel Kristallglas)

Zwiesel und Fortessa schließen sich zusammen

Zwiesel Kristallglas und der US-Amerikanische Anbieter für Besteck, Porzellan und Glas, Fortessa Tableware Solutions, vertiefen nach eigenen Angaben ihre knapp 20-jährige Kooperation und verkünden ihren Zusammenschluss seit Anfang Oktober.

Durch die Verbindung der beiden führenden Unternehmen entstehe ein "einzigartiges globales Unternehmen in der Tableware Industrie", in dem beide Häuser alle gemeinsamen Aktivitäten bündeln wollen. Ziel sei es, Weltmarktführer für den gedeckten Tisch zu werden, heißt es unternehmensseitig.

Zwiesel-Glas bringt als "Weltmarktführer im Segment Kristallglas für gehobene Hotellerie und Gastronomie" 150 Jahre Erfahrung und Kompetenz in die Verbindung mit ein. Im zurückliegenden Geschäftsjahr habe der Glasveredler nach eigenen Angaben erstmals einen Glas-Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro erzielt.
Fortessa beliefert Unternehmensangaben zufolge bereits "80 Prozent der nordamerikanischen High-End-Hotels" und sei bei den meisten führenden Lifestyle-Einzelhändlern zu finden. Dies mache das Unternehmen zu einem der führenden in diesem Marktsegment. Die Geschäftsfelder ergänzten sich daher perfekt, ohne sich zu überschneiden, heißt es unisono. 

Die enge Zusammenarbeit von Zwiesel Glas und Fortessa zeigte sich schon Anfang des Jahres mit dem Ausbau der gemeinsamen Angebotsplattform United Tables. Unter der Marke bieten beiden Unternehmen Glas, Porzellan und Besteck an und weltweit "einzigartige" Profi-Gesamtkonzepte für den gedeckten Tisch.

Für Zwiesel Glas und Fortessa soll die nun erfolgte Fusion ein logischer Schritt in der strategischen Weiterentwicklung und der internationalen Positionierung sein. „Wir teilen eine starke Vision für unsere Zukunft: Wir möchten weltweit die Marken für alle Momente sein, die das Leben besonders machen“, sagt Prof. Dr. Buske, Vorstand von Zwiesel Glas. Durch die Verbindung arbeiten künftig rund 900 Menschen global zusammen.
Scott Hamberger, CEO von Fortessa, ergänzt, dass neben der gemeinsamen Vision auch wirtschaftliche und ökonomische Faktoren für die enge Partnerschaft sprechen. Das gelte umso mehr in so herausfordernden Zeiten wie diesen: „Gemeinsam können wir unseren Kunden, unseren Unternehmen, unseren Marken und all den Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, Kraft und Sicherheit für die Zukunft bieten."

Die bestehenden Unternehmen Zwiesel Kristallglas und Fortessa Tableware Solutions werden nach eigenen Angaben auch in Zukunft als "eigenständig operierende Unternehmen auftreten. Prof. Dr. Buske agiere weiterhin als Vorstand von Zwiesel Glas und als Vorsitzender des Aufsichtsrates von Fortessa. Scott Hamberger bleibe CEO von Fortessa und werde stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates von Zwiesel Glas. 
Heißt auch: Fortessa soll auch zukünftig den nordamerikanischen Markt bedienen. Zwiesel Glas soll wie bisher in Zwiesel und Ungarn produzieren. Gemeinsam mit United Tables will Zwiesel Glas auch weiterhin die Geschäfte für den deutschsprachigen Bereich und die weiteren Weltmärkte führen. //pip

GZ 25/22

Themen der Ausgabe

Gastkommentar: Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch

Wie Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch, Gründer der Unternehmensberatung Esch. The Brand Consultants und ehemaliger Universitätsprofessor sagt, zeigen die diesjährigen Ergebnisse im Getränkebereich ein erwartetes Muster: Handelsmarken gewinnen immer dann, wenn es den Menschen schlecht geht. Gegen eine Verdrängung durch Handelsmarken helfe nur die eigene Markenstärke. Der Anteil an Handelsmarken bei Getränken ist noch gering. Die Gründe dafür nennt Prof. Esch in seinem Gastkommentar.

Titelthema: Starke Marken

Handelsmarken gewinnen in der Krise an Bedeutung. Denn Konsumenten ändern laut aktueller Studien ihr Kaufverhalten bei Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs spürbar und greifen in Zeiten von steigender Inflation häufiger zum günstigen Produkt. Renommierte Marken zeigen jedoch ihre Widerstandskraft, vor allem bei Getränken.

Rückblicke: AfG, Bier & Wein/Schaumwein/Spirituosen

2022 bedeutete einen nahtlosen Übergang von Krise zu Krise. Für die Brauwirtschaft war das Jahr geprägt von Absatzverlusten und schlechten Nachrichten, hielt aber auch die ein oder andere Überraschung parat. Die AfG-Branche blickt auch jenseits der Krisen ebenfalls auf ein bewegtes Jahr zurück. Trotz starker Umsätze litten die Sekt-, Wein und Spirituosenindustrie besonders unter dem Angriffskrieg auf die Ukraine.