Die Sieger (Foto: Jens Hedtke)
Die Sieger (Foto: Jens Hedtke)

Ausgezeichnete Genossenschaften

140 Genossenschaften aus Deutschland, Frankreich und Italien nahmen am Leistungstest der Winzergenossenschaften von WEINWIRTSCHAFT teil und stellten ihre Weine zur Verkostung an. Am 30.6. zeichnete die Redaktion die besten Kooperativen im Deidesheimer Hof aus.

Die Oberkircher Winzer setzten sich mit ihren Weinen als beste Winzergenossenschaft Deutschlands im Wettbewerb durch. In einem hauchdünnen Entscheid ließen die Oberkircher Winzer die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr und die Württembergische Weingärtner-Zentralgenossenschaft als Zweiten und Dritten hinter sich. Die Oberkircher punkteten mit badischen Burgunder-Sorten. Selbst ihre Basisweine erzielten 87 und 88 Punkte.

Auf Platz 4 folgt mit der Dagernova Weinmanufaktur der zweite Betrieb von der Ahr vor der Felsengartenkellerei Besigheim. Beste Winzergenossenschaft der Pfalz ist die Weinbiet Manufaktur aus Neustadt an der Weinstraße.

Frankreich von Burgund angeführt

In Frankreich siegte der Vorjahreszweite, die Winzergenossenschaft La Chablisienne. Für die burgundische Kooperative ist dies der dritte Sieg nach 2017 und 2014. Die ebenfalls aus dem Burgund stammende Vignerons des Terres Secrètes kommt als Zweiter dagegen erstmals auf das Podium. Gleiches gilt für den Dritten, die Société Coopérative Vinicole Bestheim. Mit ihr erreicht zudem erstmals eine elsässische Genossenschaft das Podium.

Erneut stark erwiesen sich der Vorjahressieger Plaimont, der sich in der Region Bordeaux/Aquitaine/Sud-Ouest durchsetzte. In der ebenfalls umkämpften Region Rhône setzte sich Cellier des Princes durch, beste Winzergenossenschaft aus dem Languedoc-Roussillon ist Anne de Joyeuse.

Italien von Nord bis Süd stark

In Italien ergibt sich die Besonderheit, dass die Winzergenossenschaften aus dem Südtirol derart herausragen, dass sie schon seit Jahren in einem eigenen Ranking herausgelöst von den weiteren italienischen Kooperativen betrachtet werden. In Südtirol setzte sich die Kellerei Andrian vor Terlan und Girlan durch.

Im italienischen Ranking konnte der Vorjahressieger, die Cantina Valpolicella Negrar aus dem Veneto, seinen Sieg wiederholen, gefolgt von dem Vorjahresdritten, der Cantina Terre del Barolo aus dem Piemont. Als Dritter neu auf dem Podium ist die Cantina Frentana aus den Abruzzen, die zugleich beste WG Mittelitaliens wurde. Hier ließ sich in den letzten zwei Jahren eine enorme Verbesserung der Qualität beobachten. Als beste Winzergenossenschaft Süditaliens setzte sich der Gesamtfünfte, die Cantine Ermes aus Sizilien, durch.

Umfangreiche Verkostung

Seit 2010 führt WEINWIRTSCHAFT den Leistungstest der Winzergenossenschaften für französische und italienische Kooperativen durch, die deutschen WGs stellen sich schon deutlich länger dem Wettbewerb. Das Regelwerk ist für alle drei Länder ähnlich. Die Erzeuger müssen jeweils sechs Weine aus aktuellen Jahrgängen anstellen, und der Betrieb mit der besten Durchschnittsbewertung gewinnt.

Um ein gutes Bild über das Gesamtsortiment des Betriebs zu gewinnen, müssen unter den sechs Proben zwei Basisweine und eine regionale Spezialität sein. Deutsche Betriebe dürfen zudem keine edelsüßen Weine anstellen. So wird verhindert, dass sich ein Betrieb ausschließlich mit sehr raren Premium- oder Schatzkammerweinen durchsetzt.

Insgesamt verkostete die WEINWIRTSCHAFT-Jury 840 Weine von 140 Betrieben. Aus Deutschland beteiligten sich 54 Winzergenossenschaften an dem Wettbewerb, aus Frankreich waren es 44 und aus Italien 42. In den Ausgaben 14 bis 16/2022 beleuchtet die Redaktion ausführlich die Genossenschaftsszenen Deutschlands, Frankreichs und Italiens. CG

Ausgabe 24/2022

Themen der Ausgabe

Trentino

Trotz Alpen-Panorama schlägt die Marke die Herkunft

Rhône

Starke Konkurrenz, klare Ziele
 

Interview

Patrick Donath von ALDI SÜD über das Discount-Geschäft