Nach fast 20 Jahren sind die Bemühungen für die DOCG Moscato di Canelli erfolgreich
Nach fast 20 Jahren sind die Bemühungen für die DOCG Moscato di Canelli erfolgreich

Canelli bekommt eigene DOCG

Seit fast zwanzig Jahren bemüht sich die Vereinigung der Produzenten des Moscato di Canelli um die Anerkennung einer eigenen DOCG. Nach einem komplizierten Amtsweg hat die Weinkommission im Agrarministerium dem Antrag nun stattgegeben. Canelli ist nicht mehr Unterzone von Asti und Moscato d’Asti DOCG, sondern die 78. DOCG Italiens. 

Mit 19 DOCGs stellt die Region Piemont die höchste Anzahl an der Spitzenkategorie »Denominazione di origine controllata e garantita«. Der Canelli DOCG muss zu 100 Prozent aus Moscato Bianco bestehen, und er darf nur in 18 Gemeinden der beiden Provinzen Asti und Cuneo angebaut werden, die Weine der DOCG Asti können aus 23 Gemeinden stammen. 

Insgesamt stehen nur 100 Hektar zu Verfügung, die Herstellung von Canelli beläuft sich derzeit auf etwa 500.000 Flaschen. In der DOCG Canelli ist nur Handlese erlaubt und die Weinberge müssen in Hügellagen zwischen 165 und 500 Meter liegen. Der Höchstertrag ist mit 9,5 Tonnen pro Hektar eine halbe Tonne geringer als bei der großen DOCG. 

Canelli gilt als Wiege der italienischen Schaumweinherstellung. Carlo Gancia hatte nach Lehrjahren in der Champagne ab 1850 mit der Flaschengärung experimentiert und um 1865 den »Moscato Champagne« erfunden. Canellis kilometerlange, unterirdische Weinkathedralen traditionsreicher Kellereien wie Gancia, Bosca, Contratto und Coppo zählen seit 2014 zum UNESCO-Welterbe. vc

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