Laut Nielsen trägt ein Großteil der Produkte im Bereich alkoholischer Getränke weniger als 2 Prozent zum Gesamtumsatz bei. (Foto: Quayside – Adobe.Stock.com)
Laut Nielsen trägt ein Großteil der Produkte im Bereich alkoholischer Getränke weniger als 2 Prozent zum Gesamtumsatz bei. (Foto: Quayside – Adobe.Stock.com)

Großteil alkoholischer Getränke macht nur geringen Umsatz

Wie das Marktforschungsinstitut Nielsen berichtet, trägt ein Großteil der Produkte in den wichtigsten Konsumgüterkategorien weniger als 2 Prozent zum jeweiligen Gesamtumsatz bei. Alkoholische Getränke würden gar den zweiten Platz belegen: Hier tragen in Deutschland beispielsweise 76 Prozent der Stock Keeping Units (SKUs), also der Lagerware, zu weniger als 2 Prozent des Gesamtumsatzes bei, was ein deutlicher Hinweis auf ein Überangebot schwacher Produkte in dieser Kategorie sei.

Den ersten Platz belege mit 80 Prozent die Kategorie Körperpflegeprodukte, Platz drei Snacks und Süßwaren (75 Prozent). Dies zeige, dass es kein Einzelproblem sei, sondern die ganze Konsumgüterindustrie betreffe.

„Hersteller investieren in die Produktion und belegen Platz in den Regalen für Produkte, die ihnen keinen Mehrwert bringen – das frisst ihre Gewinnmargen auf und erhöht die Wahrscheinlichkeit von Fehlbeständen“, sagt Marietta Marker, Director Assortment & Merchandising DACH, NielsenIQ.

Hersteller von Konsumgütern sollten laut Nielsen ihre Sortimente überdenken und verschlanken, um höhere Einsparungen zu erzielen und profitabler zu werden. 

Das Verbraucherverhalten habe sich zudem coronabedingt stark verändert: Konsumenten, die durch die Pandemie Einbußen hinnehmen mussten, seien beim Einkauf kritischer geworden. Auch würden Kunden an sich seltener und dann gezielter einkaufen und nicht mehr Zeit als nötig im Laden verbringen.

„Die Herausforderung für Hersteller und Einzelhändler besteht darin, sicherzustellen, dass die Produkte und Marken in ihrem Portfolio die Verbraucher an beiden Enden des wirtschaftlichen Spektrums ansprechen, während sie gleichzeitig kosteneffizient bleiben und Produkte mit geringem Zusatznutzen eliminieren", sagt Marker.

Eine aktuelle Studie von NielsenIQ Bases zeige zudem, dass in den Top-5-Märkten Europas täglich durchschnittlich 90 neue Artikel in Schlüsselkategorien auf den Markt kämen, jedoch etwa 30 Prozent der vielversprechenden Innovationen hierbei nicht genügend Unterstützung erhielten, z.B. in Form von Marketingaktivitäten, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

Studien von Bain & Company würden darlegen, dass eine 10- bis 20-prozentige Reduzierung von Lagerware zu Einsparungen von bis zu 10 Prozent bei den Produktionskosten, bis zu 10 Prozent bei den Supply-Chain-Kosten, bis zu 10 Prozent geringere Lagerbestände und bis zu 5 Prozent Optimierung der Rohmaterial- und Verpackungskosten führen könne.

Bei der Verschlankung des Sortiments gehe es jedoch nicht nur darum, die SKUs mit geringem Umsatz zu eliminieren, sondern auch gleichzeitig den Ausbau der erfolgreichen Produkte voranzutreiben. // chs