Rosenkrieg in Waldulm

Dienstag, 31. März 2020 - 10:30
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Wein
In der Ortenau kommt die Waldulmer Winzergenossenschaft nicht zur Ruhe

Der Aufsichtsrat der badischen Winzergenossenschaft Waldulm hat seinen Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzenden Andreas Wiegert am 20. März 2020 entlassen. Der Aufsichtsrat begründet die Entscheidung damit, dass sich die wirtschaftliche Lage der WG seit Wiegerts Amtsantritt verschlechtert habe. Sei sie bereits 2017 schlecht gewesen, sei sie mittlerweile so katastrophal, dass man gar keine andere Wahl gehabt habe, erklärt der Aufsichtsrat in einer Stellungnahme, über die Baden Online berichtet.

Neben der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung sei auch die Kommunikation Wiegerts kritisch gesehen worden. Dieser sei nicht bereit gewesen, sich mit dem Aufsichtsrat abzustimmen, sondern habe alle Entscheidung alleine getroffen. Auf der letzten Mitgliederversammlung habe er eine andere wirtschaftliche Situation gezeichnet, als sie aus den Prüfungsberichten hervorgehe.

Die deutlichen Worte des Aufsichtsrats dürften daher rühren, dass Wiegert sich gegen die Entlassung wehrt. Unter anderem hat er einen Brandbrief an den baden-württembergischen Genossenschaftsverband initiiert, den 12 der 20 Mitarbeiter der WG unterzeichnet haben sollen, die Wiegert darin ihr Vertrauen bekunden.

Der Geschäftsführer-Posten bei der WG Waldulm war bereits in der Vergangenheit ein heißer Stuhl. Mit fast drei Jahren im Amt zählt Wiegert zu denen, die sich vergleichsweise lange gehalten haben. Wiegerts Vorgänger Michael Werner musste Ende 2016 nach gut einem Jahr gehen. Michael Böhly verließ das Unternehmen 2015 nach drei Jahren. Die Trennung von dessen Vorgänger Tino Schneider endete vor Gericht. cg

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