Aufruhr im Elsass

Montag, 29. Juni 2020 - 11:00
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Die Elsässer Winzer demonstrieren gegen geplante Ertragsreduzierungen der Ernte 2020 (Logo: Vins Alsace)

Mehrere hundert Winzer im Elsass haben sich am 25. Juni 2020 zu einer spontanen Versammlung in Colmar getroffen und gegen die Pläne der Ertragsreduzierung für die Ernte 2020 protestiert.

Hintergrund der angestrebten Reduzierung sind die noch immer übergroßen Lagerbestände. Der Handel hatte sich für die Ernte 2020 für einen maximalen Ertrag von 50 hl/ Hektar (ha) ausgesprochen, die Winzer fordern mindestens 70 hl/ha, was den Konditionen von 2019 entspräche. Die Association des Viticulteurs d’Alsace (Ava) hat nun als Kompromiss zwischen beiden Interessens-Vertretungen 60 hl/ha vorgeschlagen.

Die Winzer lehnen diesen Vorschlag ab, »bei 60 Hektolitern und einer Traube, die 1,60 €/ kg koste, wären 93 Prozent der Betriebe, von 86 befragten nicht mehr lebensfähig«, zitiert die französische Fachpresse. »Die, die verkaufen können, müssen auch produzieren dürfen«, so die Winzer weiter.

Auch in Bordeaux gibt es Vorschläge zur Reduzierung, die sich auf 50 hl/ha belaufen. Das wäre eine Ertragsreduzierung um 10 Prozent gegenüber der definierten Menge des Vorjahres. Zusätzliche Voraussetzung sei die Zurückstufung von 10 Prozent der Fläche auf französischen Wein. Die zuständige Fédération des grands vins de Bordeaux (FGVB) sagte WEINWIRTSCHAFT gegenüber, es gebe noch keine offizielle Definition zu den Erträgen oder anderer Maßnahmen für die Ernte 2020 und »es wird nicht ›einen‹ Ertrag für das gesamte Bordeaux geben, sondern eine jeweilige Ertragshöhe für jede der 65 Appellationen.« itp

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