Württemberg wagen

Das Herkunftsranking in unserer Konjunkturumfrage ist in seiner Deutlichkeit überraschend. Dass Württemberg hinter Pfalz und Baden rangiert, damit war zu rechnen, damit, dass es bei fast keinem Fachhändler zu den drei Top-Herkünften zählt, nicht unbedingt.

Ein wenig fühle ich mich wie in einer falschen Welt. Während württembergischer Wein im LEH gut läuft, tut er sich im Fachhandel schwer. Dabei sollten die autochthonen Sorten eigentlich ein Argument für den Fachhandel sein, der seinen Kunden weniger Bekanntes präsentieren will. 

Clemens Gerke, stellvertretender Chefredakteur WEINWIRTSCHAFT
Clemens Gerke, stellvertretender Chefredakteur WEINWIRTSCHAFT

Sind die deutschen Fachhändler doch uniformer, als man denkt? Ich glaube nicht. Ein Großteil der Händler hat erkannt, dass sie sich abheben müssen und bietet dem Kunden etwas Besonderes, damit er im Fachhandel statt im LEH oder im Internet kauft.

Doch scheinbar bestehen Vorbehalte gegenüber Württemberg ähnlich wie gegen Kalifornien oder Bordeaux. Berechtigt sind keine davon. Es gibt hervorragende Bordeaux mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis abseits der großen Namen, »Big & Bold« hat sich nicht nur abgeschwächt es gibt auch Cool-Climate-California, und ähnliches gilt für Württemberg. Es gibt eine Welt jenseits der Genossenschaften, und die Genossenschaften sind nicht die von vor 20 Jahren. Es gibt keinen besseren deutschen Sommer-Rotwein als Trollinger, und Lemberger bietet viele Chancen. 

Ausgabe 15/2021

WEINWIRTSCHAFT 15/2021

Themen der Ausgabe

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Ein Blick auf die Aufräumarbeiten in den Weingütern nach der verheerenden Flut

Französische Genossenschaften

Die Sieger unserer Verkostung stehen fest. Vor allem bei Rotweinen punktet Frankreich durch seine Vielfalt