Online-Shop Delinero eingestellt

Mittwoch, 31. Oktober 2018 - 13:15
Handel
Der Online Lebensmittelhändler Delinero stellt den Betrieb ein (Foto: momius - Fotolia)

»Sag zum Abschied leise Servus«, so ähnlich klingt‘s, wenn sich der Online Lebensmittelhändler Delinero, Hamburg, mit süffisanten Zeilen (Jedes Dinner ist einmal zu Ende ...) von seinen Kunden verabschiedet und potenzielle Kunden auf die Seiten der Foodexplorer GmbH weiterleitet, die offenbar die neue Dachgesellschaft der früheren Eismann- Gruppe bildet.

Die Verluste in Höhe von ein paar Millionen Euro dürften noch der geringste Schmerz sein, den Gruner + Jahr mit der Einstellung des Hamburger Startups verkraften muss. 2012 wurde der Online-Shop von der Hamburger Gründerschmiede Truventuro gegründet, die Endverbrauchern Zugang zu begehrten, aber eher schwierig erhältlichen europäischen Lebensmitteln besserer Qualität gewähren wollten. Pralinen, Olivenöle, Balsamico aber auch Weine und Spirituosen sowie Fleisch, Fisch oder Käse gehörten zum ursprünglich 7.000 und zuletzt 3.000 Artikel großen Sortiment.

2013 stieg das Verlagshaus Gruner + Jahr (Essen & Trinken) als Investor bei Delinero ein und übernahm 2015 hoffnungsfroh die 100%ige Mehrheit, um sich ein Stück vom milliardenschweren Markt mit Lebensmitteln zu sichern. Gruner + Jahr wollte damit nicht nur seine Zielgruppe ansprechen, sondern auch Erfahrungen mit Startups und ECommerce- Modellen sammeln. Zumindest letzteres scheint ja hervorragend geklappt zu haben, nach dem Motto: »Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen«. Noch 2015 zeigte sich die Geschäftsführerin der ersten Stunde, Anne Leuschner, in einem Interview zuversichtlich, dass mit dem reichweitenstärksten Food-Magazin im Rücken der Durchbruch gelingen werde. 2017 erfolgte ein Relaunch des nach eigenen Angaben »führenden Onlineshops für Premium-Lebensmittel aus Europa« und jetzt unter Geschäftsführer Daniel Olesen-Fett das Aus. Im Jahresabschluss 2016 musste das Unternehmen einen Verlustvortrag von über 4 Mill. Euro ausweisen. 2016 hatte das Unternehmen noch knapp 60 Mitarbeiter. HP

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