Crowdfunding für Winzer gestartet

Freitag, 5. Januar 2018 - 13:15
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Sarah Hulten will auf ploppster Geld für die Rekultivierung eines Weinbergs in Leutesdorf am Mittelrhein sammeln (Foto: J.C.Werrmann Photography)

Mit ploppster.de ist im Dezember 2017 eine Crowdfunding-Plattform für deutsche Winzer gestartet. Die Winzer stellen auf der Plattform ihre Projekte vor, für die sie eine Finanzierung suchen. Den Interessierten werden verschiedene Möglichkeiten geboten, sich finanziell in das Projekt einzubringen. Wird der avisierte Finanzierungsbetrag nicht in einer bestimmten Zeit erreicht, erhalten die Kapitalgeber ihr Geld zurück.

Der klassische Crowdfunding-Gedanke der finanziellen Beteiligung über Anteile oder Gewinnbeteiligung rückt dabei etwas nach hinten. Das zeigt sich am ersten vorgestellten Projekt von Sarah Hulten, die am Mittelrhein in Leutesdorf einen verbuschten, terrassierten Weinberg rekultivieren möchte. Sie bietet gegen finanzielle Unterstützung die Organisation verschiedener Weinproben an (auch über Skype), außerdem Teambuilding-Events und auch Weinflaschen ihres bereits erzeugten Weins. Daneben gibt es Rebstockpatenschaften, Spendenurkunden und weitere Angebote. Ihr erstes Funding-Ziel von 10.000 Euro hat Hulten bereits erreicht.

Auch das zweite Projekt steht nur für eine gewisse Zeit – in diesem Fall zwei Monate – auf der Plattform. Hier sucht das Weingut Josten & Klein von der Ahr Kapitalgeber für 15 neue Barriques und bietet im Gegenzug exklusive Cuvées oder ein Kellermeister-Praktikum für einen Tag. 

In der Weinbranche war in Bezug auf Crowdfunding in der Vergangenheit vor allem der Internet-Händler Geile Weine aufgefallen, der eine Finanzierung über Crowdfunding suchte. In Großbritannien arbeitet der Händler Naked Wines mit einem Crowdfunding-Ansatz, bei dem Kunden Winzer bei einem Projekt unterstützen, indem sie Wein – oftmals vorab – ordern. So entsteht zugleich eine hohe Kundenbindung.

Hinter ploppster.de steckt Carsten Henn, der hier einer Nebenbetätigung neben seiner angestammten Tätigkeit als Weinjournalist nachgeht. Weitere Partner sind Dr. Stephan Haubold und die Kölner adunique GmbH. cg

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