Mann der ersten Stunde bei Fritz-Kola: Mirco Wolf Wiegert (Foto: Eva Häberle)
Mann der ersten Stunde bei Fritz-Kola: Mirco Wolf Wiegert (Foto: Eva Häberle)

Sommersause gegen den Corona-Frust bei Fritz-Kola

Mirco Wolf Wiegert, Gründer und Geschäftsführer von Fritz-Kola, blickt in der GETRÄNKE ZEITUNG auf ein kompliziertes Halbjahr 2021 zurück. Das Unternehmen stemmt sich gegen alle Widerstände während der Pandemie und hat es aber doch geschafft, den Spaß nicht zu verlieren.

Wie fällt Ihre Halbjahresbilanz zum Sommer (Januar bis Ende Juni) in den Kanälen LEH/GAM und C+C aus?

Fritz-Kola hat seine Wurzeln in der Gastronomie, die sehr unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie gelitten hat. Wir versuchen daher unsere Freundinnen und Freunde aus der Gastro durch verschiedene Aktionen, wie die „Tresenretter“, in der Pandemie zu unterstützen. Im LEH & GAM war hingegen eine gesteigerte Nachfrage bemerkbar, denn durch die Krise findet ein verstärkter In-house-Konsum statt. Hier konnten unsere Produkte, unter den gegebenen Umständen, ein gutes Wachstum verzeichnen. Hinzu kommt, dass während der Coronapandemie besonders in jüngeren Haushalten ein verstärktes Umdenken stattfindet: Bei ihren Produkten bevorzugen sie Frische, Nachhaltigkeit und Regionalität* (Quelle: GfK 2020, Consumer Panel FMCG, FMCG-Ausgaben pro Haushalt – Typendefinition über Familienlebenswelten (ohne Working Poor/Arbeitslose)). Diesen Trend spüren wir stark. Auffällig ist auch das wachsende Angebot von Lieferdiensten. Der GFGH ermöglicht es uns, unsere Getränke an unterschiedliche Gruppen Konsumierender zu verteilen.

Neben Corona: Was waren bislang die größten Herausforderungen für das Unternehmen?

Schwerwiegender als die coronabedingten Umstrukturierungen hat unser Unternehmen etwas noch mehr belastet: Der interne Zusammenhalt hat gelitten. Viele Monate im Homeoffice und wenig informeller Austausch unter den Kollegen haben tiefgreifende Spuren hinterlassen. Wir haben deshalb Anfang September den Neustart der europäischen Gastronomie bei unserer Sommersause mit rund 300 Fritzen aus sechs verschiedenen Nationen auf einem Wakeboard Camp nördlich von Berlin gefeiert. Alle fritzen haben vorab einen PCR-Test durchgeführt und konnten so – negativ getestet – ausgelassen gemeinsam campen, sich in verschiedenen Workshops miteinander austauschen und zusammen feiern. Und, weil uns bei fritz-kola Nachhaltigkeit besonders wichtig ist, haben wir während der Veranstaltung das Gelände bei einem gemeinsamen Clean-up von Müll befreit. Für uns selbstverständlich.

Hat sich der Mangel an Leergut zu Coronazeit wieder vermehrt in den Sommer verlagert oder war dieser Sommer zu kühl, dass es zu keinerlei Problemen kam?

Der ‚Coronaeffekt‘, also speziell die hohe Nachfrage aus der Gastronomie zur Wiedereröffnung, haben dazu geführt, dass der Bedarf an Leergut im Sommer 2021 fast doppelt so hoch war wie in den Jahren zuvor. Wir konnten diese Nachfrage allerdings gut bedienen, da wir bereits vorab unsere Lager maximal gefüllt haben.

Wie sehr hat sich die Wiedereröffnung der Gastronomie in Ihren Absätzen und Umsätzen bemerkbar gemacht?

Die Öffnungen, speziell in der Gastronomie nach den coronabedingten Schließungen, haben dazu beigetragen, dass wir sehr erfolgreiche Sommermonate verzeichnen konnten.

Sind die Sommermonate (Juni-August) die absatzstärksten für Ihr Unternehmen oder haben sich mittlerweile andere Monate hervorgetan?

Die Sommermonate gehören traditionell zu unseren absatzstärksten Zeiträumen, coronabedingt konnten wir in diesem Jahr unseren Absatz noch weiter ausbauen und neue Rekorde im Absatz vorlegen.

Welche Trends haben das erste Halbjahr 2021 geprägt?

Kundinnen und Kunden setzen verstärkt auf bewussten Genuss – heißt, ihnen ist wichtig, wie und wo ihr Produkt hergestellt wurde. Das ist ganz nach unserem Geschmack. Denn diese nachhaltigen Werte und Ansprüche teilen wir: Seit Unternehmensgründung setzten wir konsequent auf nachhaltige Glasmehrwegflaschen sowie eine dezentrale Abfüllung mit regionalen Lohnabfüllern. Auch zuckerreduzierte oder auch zuckerfreie Varianten sind in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Uns ist es wichtig den Zuckergehalt nachhaltig zu senken, ohne dabei den Geschmack negativ zu beeinflussen. Deswegen bieten wir in unserem Kola-Sortiment verschiedene Zuckervarianten für jede Vorliebe an: die klassische Fritz-Kola, die Fritz-Kola ohne Zucker, die Fritz-Kola null Zucker mit Guarana sowie die Fritz-Kola bio. Sie vereint in ihrer neuen Rezeptur Bio-Zutaten und das für uns typische Koffein. Was wir außerdem lieben: Sie ist komplett grün, gerecht und wachhaltig. Außerdem konnten wir den Kaloriengehalt unserer Getränke seit 2016 bereits um insgesamt 5,8 Prozent senken (Quelle: Fritz-Kola Nachhaltigkeitsbericht 2019 https://www.fritz-kola.de/nachhaltigkeit/nhk-bericht2019).* Unser Ziel ist bis Ende 2021 den durchschnittlichen Kaloriengehalt gegenüber 2016 um 10 Prozent senken. Zusätzlich setzen wir seit jeher auf Portionsgrößen von 0,2, 0,33 und 0,5 Liter statt auf Massenware.

Mit welchen Aussichten gehen Sie in die zweite Jahreshälfte?

Die Wiedereröffnung der Gastronomie und das großflächige Impfangebot stimmen uns optimistisch. Wir bleiben dennoch dabei und wagen noch keine konkrete Prognose für Q3 und Q4 2021.

Interview: Lars-Henrik Wacker

 

Schlagworte

GZ 21/21

Titelseite Getränke Zeitung (GZ-Layout)

Themen der Ausgabe

Ziemlich beste Partner

Eine besondere Kooperation: Wie der Franken Brunnen und der Getränkefachgroßhändler Heurich gemeinsam eine Mineralwassermarke für die Region entwickelt haben.

Aktuelles Interview: Udo Münz und Franz Demattio

Franz Demattio und Udo Münz, Geschäftsführer der Verbundgruppen Gefako und Gedig, erläutern, wie der aktuelle Stand nach der Gesellschafterversammlung im Juli ist.

Privatbrauerei Maisel: "Es ist pure Passion"

Jeff Maisel erzählt im GZ-Gespräch, wie er seine Brauerei in über 20 Jahren aufgestellt hat und was die Gründe sind, dass das gesamte Unternehmen die Pandemie gut überstanden hat.