Ausgabe 20/2014

Freitag, 10. Oktober 2014 - 12:00

Liebe Leser,

Früher war alles besser! Diesen Satz hört man gerade in schwierigen Zeiten vermehrt. Doch stimmt das wirklich oder ist es nur eine verklärte Erinnerung an damals? Können Sie sich vorstellen, Ihre Weinberge noch mühsam mit dem Pferd zu bewirtschaften? Einige Weingüter in Rheinland-Pfalz besinnen sich wieder zurück zu den Wurzeln und bearbeiten ihre Böden mittels der vierbeinigen Helfer, wie Janina Mäurer im Beitrag ab der Seite 18 zeigt. Auch in Sachen Werbung für Wein können wir auf eine bunte Vielfalt zurückgreifen, denn wer möchte seine Produkte noch wie früher mit marktschreierischen Sprüchen an den Mann bringen? Dass aber auch die Weinwerbung so ihre Tücken hat, zeigt der Beitrag von Dr. Claudia Stein-Hammer auf Seite 14 ff. Auch die lästige Zettelwirtschaft im Büro hat mit dem auf den Weinbau zugeschnitttenen Softwarelösungen ein Ende oder wird zumindest erleichtert. Ich habe nichts gegen Nostalgie, doch man darf sich auch ruhig voller Tatendrang in die Zukunft stürzen. Apropos Zukunft: In unserer neuen DDW-Serie »Was macht eigentlich... ?« Stellen wir ihnen die Landwirtschaftliche Rentenbank vor (ab Seite 12). Hier dürfen Sie sich schon jetzt freuen, wen und was wir Ihnen alles präsentieren werden. Nicht zuletzt berichten wir in DDW Praxisnah, wie Sie die Flüchtige Säure im Keller im Zaum halten können (S. 34). Zunächst wünsche ich Ihnen einen gelungenen Herbstabschluss, bis zur nächsten Ausgabe!

Franziska Tschöcke tschoecke@meininger.de

Inhalte dieser Ausgabe

UMFRAGE - Schaumwein - mehr als ein Zusatzprodukt?

Welche Rolle spielen Schaumweine, Winzersekte oder Perlweine im Anbaugebiet Saale-Unstrut? Gibt es eine Tendenz zu bestimmten Herstellungsarten oder Geschmacksrichtungen? Was verkauft sich besonders gut? Sandra Frölich hat sich bei den Sektproduzenten in der Region umgehört, u. a bei Christian Klos vom Weingut Kloster Pforta in Bad Kösen.

MAGAZIN - Freihandelsabkommen im Fokus des 2. Brüsseler Weinbaudialogs

Weinbauministerin Ulrike Höfken fürchtet negative Auswirkungen des geplanten transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP) auf den Weinbau in Rheinland-Pfalz. »Während für die Entwicklung der Wirtschaft durch TTIP große Versprechungen gemacht werden, sind die Prognosen für den Weinbau, die Landwirtschaft und die Ernährungswirtschaft düster«, so Höfken bei einer Diskussionsveranstaltung mit Kommissions- und Verbandsvertretern zur Zukunft des Weinbaus am Montag in Brüssel.

WEINBAU - Weinbergsarbeit: Vollgas mit einem PS

Vor etwa 60 Jahren wurde das Pferd als Arbeitstier durch den Schlepper ersetzt. Heute beschränkt sich der Einsatz von Pferden im Weinbau meist auf Planwagenfahrten. Doch einige Winzer setzen jetzt wieder auf Pferdezug. Ist das nur Vermarktung oder bringt es auch weinbauliche Vorteile?

MARKETING - Weinwerbung kann eine Gratwanderung sein

Innerhalb der EU gibt es sehr unterschiedliche Rechtslagen in Bezug auf Weinwerbung. Kommt das französische Loi Evin einem Werbeverbot gleich, so gibt es in Deutschland relativ moderate Standards, die im Sinne des gesunden Menschenverstandes sind. Mit was darf man für seinen Wein werben, was sollte man besser sein lassen?

PORTRAIT - Charakterwein vom Kaiserstühler Satz

Im Weingut Trautwein im Badischen Bahlingen setzt man sich auf ursprünglichen Lagenweinbau. Die Besonderheiten der Anbauregion in ihrer Mineralität und Stärke darzustellen stehen dabei im Vordergrund. Zudem wird darauf geachtet, die vorhandenen Schätze wie Erde und Wasser zu bewahren und so rein wie möglich an die nächste Generation weiterzugeben.

BETRIEBSWIRTSCHAFT - Was macht eigentlich die Rentenbank?

Für Landwirtschaft und Weinbau gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten. Wenn eine Anschaffung oder die Vergrößerung des Betriebes bevorsteht, wird oft ein Kredit benötigt. 

Außerdem: 
Warenwirtschaftssysteme: Was leisten sie?

PRAXISNAH - Flüchtige Säure im Keller unter Kontrolle halten

Dieses Jahr sind gelegentlich Maischen und Moste mit erhöhter flüchtiger Säure aus dem Weinberg in den Keller gekommen. Flüchtige Säure, die im Weinberg gebildet wurde, steigt bei fachgerechter Kellerwirtschaft nicht mehr an. Wie sollte man Weine behandeln, um sie möglichst gering zu halten?