Dr. Volker Glaeser, CEO Hospitality Digital (Foto: Metro)
Dr. Volker Glaeser, CEO Hospitality Digital (Foto: Metro)

"Unterstützen Kunden, erfolgreich zu sein"

Dr. Volker Glaeser, Geschäftsführer der Metro-Unit "Hospitaltiy Digital", erzählt im Gespräch mit der GZ, warum die neue digitale Bestellplattform "Dish Order" gerade zu Lockdown-Zeiten Gastronomen weiterbringt.

Herr Dr. Glaeser, „Dish Order“, eine digitale Bestellplattform der Metro-Unit Hospitality Digital, hat Mitte Januar dieses Jahres den Betrieb aufgenommen, um Gastronomen aktiv bei der Vermarktung ihrer Angebote für den Endkonsumenten zu unterstützen. Wie kann man sich das vorstellen?
Lassen Sie mich etwas weiter ausholen. Bereits 2015 ist die Hospitality Digital als Tech-Einheit der Metro AG gestartet, um selbstständige Gastronomen bei ihrer Digitalisierung zu unterstützen. Die Branche ist sehr fragmentiert und die meisten Wirte und Gastronomen haben das Thema Digitalisierung nicht so sehr im Fokus. 2018 ist dann schließlich unsere Onlineplattform Dish, für Digital Innovation and Solution for Hospitality, an den Start gegangen. Von der Erstellung kostenfreier Websites über Tischreservierungen bis hin zur Menüplanung und vielen weiteren digitalen Tools finden Gastronomen eine Vielzahl digitaler Lösungen, um ihren Betrieb von Anfang bis Ende zu digitalisieren. Mittlerweile bieten wir 18 Lösungen an. Diese sind im derzeit stattfindenden 2. Lockdown erfolgsentscheidend für die Gastronomie. In Zeiten von Covid-19 haben viele Restaurant-Chefs neue Belieferungs- und Mitnahmeangebote als zusätzliche Geschäftssäule entwickelt, um den Umsatz ausbleibender Gäste abzufangen. Um die selbstständigen Restaurateure hierbei zu unterstützen, hat Hospitality Digital Dish Order entwickelt. Und jetzt zu der Frage, wie man sich das vorstellen kann: Durch Dish Order wird eine Bestellfunktion in die bestehende Restaurant- Website integriert. So können Endverbraucher ihre Bestellungen direkt beim Restaurant aufgeben. Der Gastronom kann die Gerichte zum Abholen zur Verfügung stellen oder auch eine eigene Lieferung anbieten, was sie flexibler und unabhängiger von kommerziellen Lieferdiensten macht. Die einzige notwendige Voraussetzung für die technische Integration von Dish Order ist lediglich eine eigene Website.

Welche Rolle spielt Google bei Ihrer Bestellplattform?

Google ist wichtig, damit die Restaurants über die Google-Suche oder Google Maps vom Endverbraucher gefunden werden. Die Besonderheit von Dish Order ist, dass Kunden direkt über die Google-Suche beim jeweiligen Restaurant bestellen können. Ein einfacher Klick – und die Restaurantwebseite wird aufgerufen und der Kunde kann bestellen, ohne Umwege beim Restaurant. GZ Wie sicher sind im Zusammenspiel mit Google die verwendeten Daten? Glaeser Daten sind bei Dish sicher. Wir halten uns komplett an die Datenschutzgrundverordnung. Die Hospitality Digital hat beispielsweise einen eigenen Data Compliance Officer, der über alle Daten-Themen wacht. Daten werden mit Google nur dann ausgetauscht, wenn ein Gastronom dies auch möchte.


Muss ein Gastronom Metro-Kunde sein für Dish Order?
Wir bieten unsere digitalen Lösungen allen Gastronomen an, die interessiert sind. Ob sie Metro-Kunden sind oder nicht, das ist irrelevant. Das gilt auch für die Webseite: Die Nutzer von Dish Order brauchen eine Webseite, um die Bestellfunktion direkt zu integrieren. Wir bieten kostenfreie Webseiten über Dish an. Aber wir integrieren Dish Order in jede Webseite, ob sie durch uns erstellt wurde oder nicht. Was wir jedoch feststellen, ist, dass die Kunden, die unsere digitalen Lösungen nutzen, eine „digitale Relationship“ zu uns aufbauen. Das ist eine sehr wichtige Ergänzung der „offline Relationship“, die sie mit uns haben. Wir kümmern uns um sämtliche Belange und sind der Partner an der Seite unserer Kunden. Und genau darum geht es uns: Wir unterstützen unsere Kunden, erfolgreich zu sein.


Mit welchen Kosten muss ein Gastronom rechnen?
Es gibt eine einmalige Anschlussgebühr von 299 Euro, damit wird in erster Linie die Hardware bezahlt. Danach zahlt ein Gastronom 49 Euro pro Monat. Lieferdienste arbeiten in der Regel provisionsbasiert, je nachdem, ob man lediglich den Service der Bestellung oder aber auch die Auslieferung über die Flotte nutzt. Das macht pro Bestellung von 14 bis zu 30 Prozent aus.

Können Konsumenten außer Speisen auch Getränke beim Gastronom bestellen?
Der Gastronom entscheidet, was bestellt werden kann. Zu einem normalen Restaurantangebot gehören natürlich auch die Getränke.

Mit welchen Mitbewerbern misst sich Dish Order?
Gerade für kleinere Betriebe ist Dish Order eine einfache Lösung, um Kunden ein Online-Angebot und die Bestelloption zu ermöglichen. Dish Order sieht sich als eine weitere, preiswerte Alternative für
Gastronomen, die unabhängig sind und ihren Kunden zum Beispiel einen Abholservice bieten möchten.


Wie erfolgreich ist Dish Order hier in Deutschland?
Dish Order wird sehr gut angenommen. Die Nachfrage ist groß – auch größer als wir erwartet haben. Die kleinen Restaurants und Gaststätten sind dankbar für günstige Alternativen.


Welche Zielmarke in Bezug auf die Zahl der Gastronomen haben Sie sich für dieses Jahr gesetzt?
Wir wollen in den großen europäischen Märkten jeweils mindestens 2.000 Kunden bis zum Ende des Geschäftsjahres gewonnen haben.

Interview: Pierre Pfeiffer

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