Ernte Europa 2003

Freitag, 17. Oktober 2003 - 13:00

Nicht nur in Deutschland, auch in Östtereich und Frankreich fällt die Ernte in diesem Jahr geringer aus als im Vorjahr. In den meisten Anbaugebieten in Deutschland haben die letzten Tage der Traubenlese 2003 bereits begonnen. Nur in den Regionen wo spätreifende Sorten, allen voran der Riesling eine bedeutende Rolle spielen wird sich die Lese noch bis Ende Oktober ziehen. Dennoch; insgesamt sorgte der heiße Sommer für einen Reifevorsprung von rund drei Wochen gegenüber dem langjährigen Mittel und somit für eine außergewöhnlich frühen Herbst. Außergewöhnlich waren in diesem Jahr auch die Mostgewichte. Ein Spitzenwert jagte den nächsten und dies nicht nur bei dem Lesegut, das für Top-Weine bestimmt war. Bereits Mitte September lagen die Mostgewichte in den Rheinlandpfälzischen Anbaugebieten Mosel-Saar-Ruwer, Mittelrhein, Nahe, Rheinhessen und Pfalz weit über den Werten des Vorjahres. Auch der im Vorfeld des Herbstes heiß diskutierte Dornfelder schaffte locker den Sprung über die 68°-Hürde und bewegte sich um die 80° Öchsle. Während die Öchsle-Werte immer weiter nach oben kletterten rutschten die Säurewerte in den Keller. Trotzdem scheinen die Winzer nicht in dem erwartete Umfang von der nun erlaubten Säuerung Gebrauch gemacht zu haben. Allein auch aus dem Grund, dass die Zulassung zum 1. Oktober für viele Erzeuger für eine Mostsäuerung zu spät kam, wie von vielen Seiten zu vernehmen war. Der sehr trockene und heiße Sommer bescherte den Winzern zwar sehr gesundes Lesegut, allerdings mussten auch ein teilweise sehr deutlicher Rückgang der Erntemengen in Kauf genommen werden: Insgesamt rechnet der Deutsche Weinbauverband mit einem Rückgang von 20% gegenüber dem Vorjahr. Momentan wird von einer vorläufigen Erntemenge von rund 8 Mill. hl gesprochen. In den einzelnen Anbaugebieten sieht die Situation sehr unterschiedliche aus: Während in Franken nur mit einem geringen Rückgang gerechnet wird, fällt die Ernte an Ahr und in Württemberg wohl um ein Viertel geringer aus als in 2002. Auf die Fassweinpreise hat sich die gering ausfallende Erntemenge bisher noch nicht ausgewirkt. Fest steht nur, dass ein Großteil der im Fass verkauften Ware abgewertet werden wird, denn die Nachfrage nach Prädikatsweinen ist bei weitem nicht so hoch wie der Anteil an der diesjährigen Ernte.

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