Ein tauglicher Versuch?

Donnerstag, 24. April 2003 - 13:00

Gelingt es den Premiers, eine Nachfrage in Rahmen einer Primeurkampagne für ihre 2002er auszulösen? Eine solche Nachfrage würde sich ohnhin nur auf die Premiers beschränken, die spätestens seit dem 2001er ihre eigenen Vermarktungswege gehen. Nach den wenigen Versuchen einiger für den Primeurmarkt nicht maßgeblicher Winzer, einen Markt auszumachen, trat Latour am 15.04.2003 mit dem ersten Primeurangebot an den Markt. Der Preis von 65 Euro/Flasche (ab Château und ohne MWSt) lag zwar um 24 % unter dem Primeurpreis seines 2001ers (85 Euro) im vorigen Jahr. Doch dieser Preisrückgang schien, da für den Markt nicht realistisch, nichts zu bewirken. Wie anders ist zu erklären, dass einen Tag danach, nämlich am 16.04. der Premier mit dem besten 2002er sein Angebot abgab, nämlich Lafite? Lafite bot seinen hervorragenden 2002er (2001er: ebenfalls 85 Euro) um immerhin 29 % weniger an, und zwar zu 60 Euro. Dieser Preis liegt immerhin 14 % unter dem Primeurpreis des 99ers. Anders als Latour verhielt sich auch Brane-Cantenac, ein zweites Gewächs aus Margaux. Es bot am 15.04. seinen sehr gelungenen 2002er um 38 % (15 Euro) unter seinem 2001er (24 Euro) an. Dieses Angebot erscheint für die Crus in dem Preissegment von Brane-Cantenac realistisch zu sein. Die besten Crus Bourgeois zeigten am 16.04. mehr Zutrauen in ihren traditionellen Markt. Sociando-Mallet ging im Preis um 12 % von 15,25 Euro (2001er) auf 13,40 Euro (12 % weniger als sein 99er) zurück, Chasse-Spleen um 9 % von 11,75 Euro auf 10,65 Euro. Bei den allgemein sehr gelungenen Sauternes liegt der Preisrückgang zwischen 6 % (Filhot, mäßige Qualität, 14.04.2003) und 17 % (Rieussec, sehr gute Qualität, 16.04.) Auffallend ist, daß die Famille de Rothschild (u.a. Lafite, Rieussec) auch mit ihrem sehr guten Duhart-Milon am 16.04. einen ihrer weiteren 2002er anbot, wobei sie im Preis um 7 % von 14 Euro auf 13 Euro zurückging.

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