Ausgabe 9/2021

Titelseite Getränke Zeitung Nr. 9/2021 (Foto: Karepa - stock.adobe.com)

Themen der Ausgabe

Wiedereröffnung

In den Startlöchern - Vom Restart ist unsere geschlossene Gesellschaft noch bis Juli per Bundesnotbremse entfernt. Die gastronomischen Betriebe sind bereit. Eine Momentaufnahme.

Schorlen

Wenn das Gute liegt so nah - Schorlen sind weiterhin rückläufig. Natürliche Konzepte, regionale Rohstoffe und ein optimaler Gebinde-Mix überzeugen die Verbraucher.

Radler

Spritzige Umsatztreiber - Ein trendorientiertes Radler-Angebot verspricht überdurchschnittliche Nachfrageschübe.

Wodka

Party & Promotion @Home - Wodka ist mit einem Gesamtmarktanteil von mehr als 16 Prozent gesetzt. Die Konsummomente verlagern sich durch Corona nach Hause.

Überseeweine

„Neue Welt“ mit neuen Perspektiven - Der klassische Lebensmittelhandel profitiert deutlich vom Premiumtrend bei Überseeweinen. Die Discounter haben das Nachsehen.

Lebensschutz und Lebensfreude

Warum dürfen Friseure sich hautnah unter Vorkehrung und Einhaltung aller Hygienemaßnahmen ihren Kunden nähern, während Nonfood-Geschäfte, vor allem aber Gastronomien seit mehr als 6 Monaten ihre Betriebe nicht öffnen dürfen? Warum dürfen trotz Home-Office-Pflicht in staatlichen Einrichtungen sowie Behörden zum Teil mehr als 1.500 Leute in einem Großraumbüro sitzen, aber Handel und Gastronomie sollen verboten werden?

Diese Fragen stellten Mirko Silz, CEO der Restaurantkette für italienische Speisen L’Osteria sowie Kopf der Corona-Initiative „Gastgeberkreis“, und sein Counterpart Marcus Diekmann, Geschäftsführer des Fahrradhändlers Rose Bikes sowie Anführer der Corona-Initiative „Händler helfen Händlern“. Eine gut begründete Antwort seitens der Politik gab es bislang nicht. Die einflussreichen Manager taten sich nun zusammen und bereiteten eine Klageschrift vor, um beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Beschwerde einzureichen, nachdem die sogenannte Bundesnotbremse eingeführt wurde (siehe Seite 6). Als Hauptkritikpunkt sehen Silz und Diekmann die Wettbewerbsverzerrung durch die unterschiedlichen Auslegungen der Systemrelevanz.

Angesichts der immer zügiger fortschreitenden Impfkampagne ist es mehr als geboten, das (Wieder-)Öffnen mit der gleichen Strenge wie das Schließen, aber hoffentlich mit mehr Intelligenz und Innovation voranzutreiben. Am Anfang der Pandemie war die Unsicherheit groß, da galt zurecht noch der große „Hammer“. Doch heute gilt: Je mehr Impfschutz und Tests zur Verfügung stehen, desto mehr liegt die Last der Rechtfertigung bei dem, der stark in Grundrechte eingreift. Lebensschutz und Lebensfreude sind schon seit einiger Zeit immer weniger echte Gegensätze.

Pierre Pfeiffer
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