Im Frühjahr 2021 stellte das Brunello-Konsortium die Weine unter Covid-19-Restriktionen vor (Foto: Veronika Crecelius)
Im Frühjahr 2021 stellte das Brunello-Konsortium die Weine unter Covid-19-Restriktionen vor (Foto: Veronika Crecelius)

Benvenuto Brunello steigt aus

Das Konsortium des Brunello di Montalcino wird die Jahrgangspräsentationen zukünftig im November statt im Februar veranstalten. 2021, im zweiten Jahr der Covid bedingt verschobenen Termine, findet »Benvenuto Brunello« deshalb zweimal statt. 

Nachdem Anfang März 2021 sowohl der Jahrgang 2016 für den Brunello di Montalcino als auch die Riserva 2015 für Furore sorgten, kommen vom 19.–28. November 2021 der 2017er Brunello und die Riserva 2016 auf den Prüfstand. Zunächst wird die italienische und internationale Fachpresse geladen (19.+20.11.2021), danach geben sich bis zum 28. November Blogger, Influencer, Sommeliers, Einkäufer und zuletzt das große Publikum die Klinke in die Hand.

Die Beweggründe sind kommerzieller Natur. Mit dem offiziellen Debüt im November soll die vor allem im Export bedeutendste Verkaufssaison für den Brunello, das Weihnachtsgeschäft, unterstützt werden. Das Konsortium in Montalcino koppelt sich mit dieser Entscheidung vom konzertierten Gemeinschaftsauftritt während der »Anteprime di Toscana« ab, die die Region seit elf Jahren für alle geschützten Herkünfte im Februar organisiert. 
Nur 2021 war der Termin wegen Covid-19 auf den Mai verschoben worden. Das Konsortium des Brunello di Montalcino hatte in diesem Jahr im März ein autonomes Benvenuto Brunello »Off« organisiert, aber auch noch im Mai ein letztes Mal an der regionalen Veranstaltung teilgenommen. 

»In diesen elf Jahren hatten die Anteprime di Toscana das Verdienst, unser immenses weinbauliches Erbe ins Rampenlicht zu rücken. Aber in einer Phase großer Veränderungen, wie der jetzigen, ist es notwendig, den Mut zur Innovation zu haben, um die von den Betrieben selbst geforderten Promotionsziele zu erreichen. Wir bekräftigen unsere Bereitschaft zum Dialog und zur Zusammenarbeit, um weitere gemeinsame Wege zur Aufwertung der toskanischen Weine zu finden«, erklärte der Präsident des Konsortiums Brunello di Montalcino, Fabrizio Bindocci. 

Es ist kein Massenausstieg der an der Gemeinschaftsveranstaltung »Anteprime di Toscana« beteiligten Konsortien zu erwarten, aber sicher wird der Schritt von Montalcino die ohnehin bestehende Diskussion über eine Erneuerung des Formats anheizen. vc

Ausgabe 18/2021

WEINWIRTSCHAFT Ausgabe 18/2021

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