Sekt im Test: Ökotest bringts ans Licht

Mit einem Test von 29 »Sekt«-Marken brachte die Zeitschrift Ökotest (Ausgabe 12/2005) die Sektbranche gehörig in Wallung. Zwar hängen dem Test einige handwerkliche Fehler an (mehr dazu in der nächsten Ausgabe der WEINWIRTSCHAFT), doch an den ermittelten Analysenwerten wird man wenig zu kritisieren haben. Veröffentlicht wurden nicht die üblichen Werte der Handelsanalyse, dafür die Werte für Zuckergehalt, gesamte schweflige Säure und der Nachweis von Fremdkohlensäure (Isotopenanalyse C 12/13). In dieser Hinsicht bringt der Test die Sektbranche gehörig unter Druck. Bei 17 von 29 der getesteten Sekte gelang der Nachweis von Fremdkohlensäure. In einigen Fällen Fritz Brut Sekt (65%), Jules Mumm (40%), Mumm dry (44%) oder Kessler Hochgewächs (43%) erreichten die gefundenen Werte technischer zugeführter Kohlensäure äußerst bedenkliche Höhen.
Eigentlich dürfte technische Kohlensäure überhaupt nicht im Sekt zu finden sein, da der Druck nur durch Gärungskohlensäure entstehen darf, wie die entsprechende EU-Verordnung vorschreibt. Technische Kohlensäure darf zwar bei der Herstellung verwendet werden, aber sie dürfte sich nicht im Sekt wieder finden. Zumindest nicht in einem Umfang, der einem Imprägnieren der Sekte gleichkommt.
Seit Jahren brütet über dieser Frage eine Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft im stillen Kämmerlein und versucht Werte auszuloten, bis zu denen ein technisch unvermeidbarer Verschnitt toleriert werden könnte. Trotz umfangreicher und aufwändiger Analysen ist die Arbeitsgruppe bisher jedoch noch nicht zu einem Ergebnis gekommen. Das Problem ist größer als anfangs angenommen. Am Pranger stehen dabei insbesondere das Transvasierverfahren, in etwas geringerem Umfang das Tankgärverfahren, während das klassische Flaschengärverfahren am besten abschneidet und der eigentlich nicht erlaubte Eintrag von technischer Kohlensäure hier zu hundert Prozent vermieden werden kann. Den Vogel schossen im Test im Übrigen ausgerechnet drei Ökosekte ab.
Der von Peter Riegel Weinimport über einen Naturwarenladen vertriebene Sekt »Sueno Brut« hatte 56%, der von »Naturian« verkaufte »Tango Sekt Brut« 50% und der in einem Naturwarenladen gekaufte »Fritz Brut Sekt« der Weinkellerei Knobloch hatten gar 65% Fremdkohlensäure vorzuweisen. (hp)