Prof. Dr. Dimitrios  S. Paraforos
Prof. Dr. Dimitrios S. Paraforos

KI als Zukunft im Weinbau

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Auf einem Bauernhof in Nord-Griechenland aufgewachsen, absolvierte ich ein Bachelor-Studium der Automatisierungstechnik und erwarb einen Abschluss als Master of Science in Agrartechnik an der Universität Thessalien. Nach einigen Jahren Industrietätigkeit wechselte ich 2012 an die Universität Hohenheim, wo ich 2016 promovierte und 2020 in Agrartechnik habilitierte. Seit Oktober 2021 bin ich Vertretungsprofessor für Technik im Anbau von Sonderkulturen an der Hochschule Geisenheim.

Was sind Ihre Forschungsschwerpunkte?

Bisher habe ich an mehr als 20 europäischen und nationalen Forschungsprojekten mitgewirkt. Derzeit bin ich Koordinator im Projekt DIWAKOPTER, eines der 14 vom BMEL geförderten Experimentierfelder, mit Schwerpunkt Digitalisierung im Weinbau mit Multikoptern. Zu meinen Forschungsinteressen gehören die Automatisierung und Digitalisierung auf drei Ebenen: Datenerfassung, Entscheidungsfindung und Anwendung. Dabei konzentriere ich mich auf die Automatisierung von Landmaschinen, Robotik und Drohnen sowie dezentrale und resiliente Digital Farming Systeme.

Worin sehen Sie die technische Zukunft für den Weinbau?

In den nächsten Jahren wird ISOBUS eine wichtige Rolle bei der Erhöhung des Automatisierungsgrades von Maschinen spielen, wobei einer der Schwerpunkte auf der Einsparung von Pflanzenschutzmitteln liegen wird. Auch Robotik und Drohnen werden dort zum Einsatz kommen, wo ihr Einsatz gerechtfertigt ist, z.B. an Steilhängen. Langfristig gesehen wird der digitale 4D-Zwilling (Berücksichtigung der Dimensionen Raum und Zeit) des Weinbergs den Weg für eine fortgeschrittene Entscheidungsfindung mit Technologien der künstlichen Intelligenz ebnen.

ddw 24/22 vom 25.11.2022

Themen der Ausgabe

Weinrecht

Rechtliche Vorgaben für entalkoholisierte und teilweise entalkoholisierte Erzeugnisse

Weinbau

Nachpflanzen mit Akku-Schlagbohrer

Versicherungen

Verpflichtender Arbeitgeberzuschuss bei der betrieblichen Altersversorgung