Gebäude der EU-Kommission
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In Zukunft keine Absatzförderung für Wein mehr?

Wie soll die zukünftige Absatzförderungspolitik für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel aus der EU aussehen? Mit dieser Frage wendet sich die EU-Kommission an alle Bürger, Organisationen und Wirtschaftsbeteiligte. Die Befragung erfolgt im Rahmen einer Überprüfung der bisherigen Absatzförderungspolitik. Mit der »öffentlichen Konsultation« will die Kommission Meinungen dazu einholen, »wie die Absatzförderungspolitik einen größeren Beitrag zur Förderung nachhaltiger Produkte, eines nachhaltigen Verbrauchs und einer ausgewogenen Ernährung im Einklang mit der Strategie ›Vom Hof auf den Tisch‹ und der Biodiversitätsstrategie der Europäischen Kommission sowie Europas Plan gegen den Krebs leisten kann«. Die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit – bisheriges Ziel der EU-Absatzförderungspolitik – könnte zweitrangig werden oder wegfallen. Nach Angaben des Deutschen Weinbauverbandes (DWV) könnten hierbei nach dem Willen der EU-Kommission auch Produkte ganz von der Absatzförderung ausgeschlossen werden, die als »ungesund« oder als nicht nachhaltig eingestuft werden, etwa auch Wein.
Im Rahmen von Copa Cogeca, EFOW und dem Comité Vins sei der DWV aktiv, »diesen Ausschluss und diese Stigmatisierung von Produkten« zu verhindern. Zudem soll verhindert werden, dass EU-Produkte einen übermäßig hohen Nachhaltigkeitsstandard auferlegt bekommen, der nicht für Importprodukte gilt und der dazu führen würde, dass diese wohl noch stärker auf den europäischen Markt drängen.
In dem in dieser Konsultation auszufüllenden Fragebogen (auch in Deutsch) ist unter anderem die Frage aufgeführt, wie die Absatzförderung alkoholischer Getränke für Wein, Bier und Spirituosen in Zukunft aussehen soll. Als Antwortalternativen werden hierzu unter anderem angeboten: Fortführung der geltenden Regelungen oder keine Absatzförderung mehr innerhalb oder außerhalb der EU.
Um die Absatzförderung von Wein auch in Zukunft sicherzustellen, bittet der DWV, an der öffentlichen Konsultation teilzunehmen und sich für die Fortführung der Förderung einzusetzen. (ddw)

»Landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel aus der EU – Überprüfung der Absatzförderungspolitik innerhalb und außerhalb der EU«: An dieser öffentlichen Konsultation können sich alle Bürger und Organisationen beteiligen. Der Fragebogen ist unter ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/12782-EU-farm-and-food-products-review-of-policy-on-promotion-inside-and-outside-the-EU/public-consultation_de noch bis 24. Juni abrufbar.