Mit dem Amtswechsel in den USA werden die Diskussionen um die Zölle wieder lauter. Foto: Foto: studio v-zwoelf – StockAdobe.com
Mit dem Amtswechsel in den USA werden die Diskussionen um die Zölle wieder lauter. Foto: Foto: studio v-zwoelf – StockAdobe.com

Wird Joe Biden uns von den US-Zöllen erlösen?

Mit der Amtseinführung von Joe Biden als Präsident der Vereinigten Staaten und der Verschärfung der Strafzölle zum Jahreswechsel wird die Diskussion um die Strafzölle wieder lauter. Jeder möchte wissen, ob das Ende der Strafzölle naht.

Christian Schwörer, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Weinexporteure, berichtet, dass er und seine Berufskollegen aus Spanien und Frankreich davon ausgehen, dass die Weinbranche sich leider weiter gedulden müsse. Der Handelsstreit mit der EU stehe nicht ganz oben auf der Agenda von Biden. Schwörer begrüßt aber, dass überhaupt wieder ein Dialog zwischen der EU und den USA aufgenommen werden kann. Er begrüßt des Weiteren, dass sich auch das EU-Parlament und einzelne Abgeordnete wie Frau Schneider für die Interessen der Weinbranche einsetzen.

Christine Schneider MdEP (CDU) freut sich, dass die Europäische Kommission Verhandlungen mit der Biden-Administration aufnehmen möchte und betont gleichzeitig, dass bisherige Maßnahmen leider unzureichend waren. Sie regt daher absatzfördernde Maßnahmen an, um den Weinvertrieb von europäischen Weinen weltweit zu stärken. Neben einer Rücknahme oder zumindest einer sofortigen Aussetzung der Strafzölle fordert der Berufsstand auch einen Ausgleichsfonds für die von den Strafzöllen betroffenen Betriebe. In jedem Fall müssen auch von der EU-Kommission Maßnahmen unterlassen werden, die zu einer weiteren Eskalation führen könnten, so Schwörer.

ZUM HINTERGRUND

Die im Oktober 2019 eingeführten Zölle haben Winzern aus den Anbaugebieten Mosel, Pfalz, Rheinhessen und Rheingau bereits massive Absatzeinbußen beschert. Mit Verschärfungen am 12. Januar wurden auch auf Stillweine ab einem Alkoholgehalt von 14 Prozent und Behälter über zwei Litern Strafzölle verhängt. Die US-Exporte deutscher Weißweine sind zwischen Dezember 2019 und November 2020 insgesamt um 18 Prozent (53 Millionen Euro) eingebrochen. An der Mosel bedeutet das einen Verlust von 14 Prozent, in der Pfalz von 26 Prozent und in Rheinhessen von 25 Prozent. (jk)

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