Perlwein: Zugesetzt ist zugesetzt

Was ist »endogene« Kohlensäure? Die Frage spielt vor allem bei Perlweinen – oft als »Secco« vermarktet – eine große Rolle. Entsteht der Überdruck nicht durch »endogene« Kohlensäure«, muss der Zusatz »mit zugesetzter Kohlensäure« mit aufs Etikett, auch ist die Klassifizierung als »Qualitätsperlwein b. A. nicht möglich. Rheinland-Pfalz ist der der Ansicht, dass diese »im jeweiligen Gebinde selbst« entstanden sein muss, und hat sich mit seiner Auffassung nun durchgesetzt. Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz hat diese Auffassung 2020 bestätigt, nun auch das Bundesverwaltungsgericht, in dem es eine Beschwerde »über Nichtzulassung einer Revision« zurückwies.

Das heißt, das in Zukunft auch die Praxis, Gärungskohlensäure »aufzufangen« und (etwa vor der Füllung) wieder zuzusetzen, als »Zusatz« von Kohlensäure gewertet wird, auch wenn die Kohlensäure aus demselben Wein stammt. Damit ist für solche Perlweine die Klassifizierung als »Qualitätsperlwein b. A.« ausgeschlossen, sie gelten als »Perlweine mit zugesetzter Kohlensäure.

Eine wichtige Folge dieser Klassifizierung ist, dass die Rebsortenangabe eingeschränkt ist. So dürfen etwa Riesling, Spät- oder Grauburgunder«  – auch als Synonym – nicht als Rebsorte angeben werden, bei Weiß- und Frühburgunder sind nur Synonyme erlaubt. Nähere geografische Angaben sind ebenfalls nicht erlaubt.

Auch eine weitere fakultative Angabe fällt weg: Die Angaben »Weingut«, »Winzer« oder »Winzergenossenschaft«. (ha)

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ddw 24/2021

Titel ddw 24/2021

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Versicherungen

Die Verträge sollen passgenau die privaten und betrieblichen Risiken abdecken

Bauen

Aufgaben und Möglichkeiten einer Raumlüftung im Weinbaubetrieb

Biodiversität

Rebanlagen in Querterrassierung verbinden landwirtschaftliche Nutzung und Biodiversitätsschutz