Niedrigere Öchlse-Hürden

Nach der bis 28. 10. 22 gültigen Weinverordnung war für die Verwendung der Bezeichnung »Erstes Gewächs« unter anderem ein natürlicher Mindestalkoholgehalt von 11 %vol. nötig, für die Verwendung der Bezeichnung »Großes Gewächs« 12 %vol. Dies wurde auf Wunsch des Bundesrates in der »Zwölften Verordnung zur Änderung weinrechtlicher Bestimmungen« geändert, die am 28.10.2022 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde und damit ab 29.10.2022 gültig ist. Neu ist, dass der natürliche Mindestalkoholgehalt für »Erstes Gewächs« für die Anbaugebiete Mosel und Sachsen auf 10,5 %vol. gesenkt wurde, und die spezielle Vorgabe des natürlichen Mindestalkoholgehaltes für »Großes Gewächs« gestrichen wurde. Für Große Gewächse geltem in Zukunft die Mindestalkoholvorgaben für Erste Gewächse.

Auf Wunsch des Bundesrates wurde auch der §4a gestrichen. Nach diesem war einem Antrag auf Neupflanzung in einem GGA- oder GU-Gebiet eine Betätigung des Bundeslandes beizufügen, dass die beantragte Fläche in diesem Gebiet liegt. Als Grund für die Streichung gibt der Bundesrat an, dass teilweise zwischen Antrag und Zuteilung zu Verschiebungen der Abgrenzungen kam, wovon die zuteilende Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) keine Kenntnis hatte. Nach Ansicht des Bundesrates soll in Zukunft die BLE kurzzeitig vor Zuteilung selbst prüfen, ob die zu genehmigenden Neupflanzungen innerhalb der entsprechenden Gebietsgrenzen liegen.

Details zu den Änderungen: www.meininger.de/weinbau/politik-und-verbaende/kleiner-buerokratieabbau

Schlagworte

ddw 23/22 vom 11.11.2022

Themen der Ausgabe

Weinrecht

Leitfaden für die Praxis: die wichtigsten Änderungen

Weinbau

Sanfter Rebschnitt: Warum er zu befürworten ist und wie er gelingt

Unternehmensführung

Strategische Verankerung von Nachhaltigkeit im Betrieb