Entschärfung

Waren es die Proteste der verschiedenen Verbände, oder einfach Einsicht, dass es kompliziert werden könnte? Im Entwurf der Bundesregierung zum »Gesetz zur Erhöhung des Schutzes durch den gesetzlichen Mindestlohn und zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung« sind die im Referentenentwurf enthaltenen Bürokratisierungen der Aufzeichnungspflichten nicht mehr enthalten.
Im Referentenentwurf war noch eine »elektronische und manipulationssichere« Aufzeichnung vorgesehen, die tagesaktuell erfolgen sollte. Auch die vorgesehene Pflicht, dass Arbeitnehmern die Arbeitsaufzeichnungen zuzusenden seien, fällt im Regierungsentwurf fort.
Trotzdem steigen die Dokumentationspflichten: Entsprechend der Anhebung des Mindestlohns werden die Einkommensgrenzen für die Aufzeichnungspflicht erhöht.
Nach dem Regierungsentwurf fällt ab 1. Oktober die Aufzeichnungspflicht erst bei einem »verstetigten« Monatsentgelt ab 4176 Euro (aktuell: 2.958 €) weg, oder ab einen monatlichen Einkommen von 2.784 Euro ( aktuell: 2.000 Euro), wenn das Entgelt nachweislich die letzten 12 Monate gezahlt wurde.
Die Aufzeichnungspflicht greift für regulär Beschäftigte in verschiedenen Sparten, worunter auch die Gastronomie fällt, also auch Straußwirtschaften oder Gutsausschänke, darüber hinaus gilt sie bei allen Minijobs und kurzfristigen Beschäftigungen, unabhängig von der Branche, also auch in der Landwirtschaft, etwa bei Aushilfen oder Saisonarbeitskräften, wie Erntehelfern. (ha)

 

ddw 13/22

Titel DDW 13/22

Themen der Ausgabe

Weinbau

Mit geplanter Laubwandpflege Ernteziele erreichen

Weinbau

Neue Wege in der Bewässerungssteuerung

Oenologie

Checkliste für energieeffiziente Kältetechnik