Laut Aktionsplan muss bis zum Jahr 2030 ein Viertel der landwirtschaftlichen Fläche in Europa ökologisch bewirtschaftet werden. (Foto: Adobe.Stock.de/Zerbor)
Laut Aktionsplan muss bis zum Jahr 2030 ein Viertel der landwirtschaftlichen Fläche in Europa ökologisch bewirtschaftet werden. (Foto: Adobe.Stock.de/Zerbor)

25 Prozent Bio-Weinbau bis 2030

Die Europäische Kommission hat am 25.März den „Aktionsplan zur Förderung der Ökologischen Produktion“ vorgestellt. Dieser Aktionsplan gilt für den Zeitraum 2021 bis 2027.

Hintergrund

In einer Vielzahl von Strategien und Planungen legt die Europäische Union einen Zielwert von 25 Prozent ökologischen Anbaus im europaweiten Durchschnitt in der Landwirtschaft bis zum Jahr 2030 fest. So wird im Rahmen des „europäischen Green Deal“, der Strategie „vom Hof auf den Tisch“ und der „Biodiversitätsstrategie 2030“ dieses Ziel postuliert.

Auch in den aktuellen Verhandlungen zur GAP manifestieren sich diese Werte. Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren mit allen Mitteln versucht wird, dieses Ziel zu erreichen. Hierfür ist der Aktionsplan erforderlich, da nach aktuellen Prognosen bei jetziger Förderung ein Anteil der ökologischen Landwirtschaft von ca. 15 bis 18 Prozent zu erwarten ist.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass innerhalb der EU einige Länder die Schwelle von 25 Prozent bereits erreicht haben und andere Länder lediglich 0,5 Prozent der Landwirtschaft ökologisch betreiben. Deutschland liegt mit circa 8 Prozent derzeit im europäischen Durchschnitt.

 

Inhalt

Der zentrale europäische Aktionsplan beinhaltet 23 Maßnahmen, die sich drei unterschiedlichen Schwerpunkten zuordnen lassen. Die Schwerpunkte orientieren sich an der Lebensmittelherstellungskette.

1. Ankurbelung der Nachfrage und Stärkung des Verbrauchervertrauens. Die in diesem Schwerpunkt vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, die Nachfrage nach ökologischen Erzeugnissen zu stimulieren, indem das Bewusstsein für ihre Vorteile und das Vertrauen der Verbraucher in das Bio-Logo gestärkt werden.

Maßnahmen

  • Stärkung des Verbrauchervertrauens in das Bio-Logo durch zielgerichtete Werbung
  • Integration von Bio-Produkten in die verbindlichen Mindestkriterien für die öffentliche Beschaffung von nachhaltigen Lebensmitteln
  • Sicherstellung und Verbesserung der Kontrollsysteme in den Mitgliedsstaaten und Drittländern
  • Entwicklung einer Datenbank mit Zertifikaten aller EU-Betreiber zur besseren Rückverfolgbarkeit

2. Förderung der Umstellung und Stärkung der gesamten Wertschöpfungskette. Der Aktionsplan soll die Einführung der ökologischen Erzeugung vorantreiben, insbesondere in den Mitgliedstaaten, in denen der Anteil unter dem EU-Durchschnitt liegt.

Maßnahmen

  • Förderung von Umstellung, Investitionen und des Austauschs bewährter Verfahren
  • Erstellung eines jährlichen Berichts zur besseren Entwicklung/Überwachung/ Gestaltung der Vermarktungswege und Verbrauchervorlieben
  • Prüfung der rechtlichen Möglichkeit, spezielle ökologische Erzeugerorganisationen zu gründen oder ihnen beizutreten
  • Stärkung der Zusammenarbeit mit Interessenvertretern

3. Ausbau des Beitrags der ökologischen/ biologischen Landwirtschaft zur Nachhaltigkeit. Die enthaltenen Maßnahmen zielen darauf ab, das Potenzial der ökologischen Erzeugung zur Verbesserung der Umweltauswirkungen des Agrarsektors zu steigern.

Maßnahmen

  • Förderung von Forschung und Innovation zur Verbesserung der ökologischen Erträge und zur Unterstützung der Erhaltung und Nutzung genetischer Ressourcen
  • Bereitstellung von Mitteln im Rahmen von "Horizont Europa" für Forschungs- und Innovationsprojekte
  • zu alternativen Ansätzen für umstrittene Betriebsmittel unter besonderer Berücksichtigung von Kupfer
  • Förderung einer effizienteren und nachhaltigeren Wassernutzung, des verstärkten Einsatzes erneuerbarer Energien und sauberer Verkehrsmittel sowie der Verringerung der Nährstofffreisetzung in allen Arten der Landwirtschaft

 

Folgen

Für den Weinsektor bleibt die Vorgabe der Umstellung auf 25 Prozent ökologische Produktion bis ins Jahr 2030 ein sehr hochgestecktes Ziel. Durch den Aktionsplan können sich einige positive Auswirkungen ergeben, aber es besteht auch das Risiko negativer Folgen.

positiv:

  • Die Erhöhung der Ressourcen zur Investition in Forschung und Innovation
  • Die Nutzung der ökologischen Regelungen (Eco-Schemes) und Fonds zur Weiterentwicklung des ländlichen Raumes

negativ:

  • Das Risiko, dass die Konzentration auf das Bio-Logo im Rahmen der europäischen Förderung die Fähigkeit der Vermarktung eigener Marken und geschützter geographischer Angaben einschränkt (cs,jk)
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